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Minister in TV-Interview

Französische Firma im Pferdefleisch-Skandal unter Verdacht

Im Pferdefleisch-Skandal hat die Pariser Regierung schwere Vorwürfe gegen eine französische Firma erhoben. Das Unternehmen Spanghero, das das Fleisch vertrieb, habe Rind- zu Pferdefleisch umetikettiert, sagte der französische Verbraucherminister Benoit Hamon am Donnerstagabend dem Fernsehsender France2.

Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) rief die Behörden zu Wachsamkeit auf. EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos warnte vor überhasteten politischen Entscheidungen.

"Es ist als Pferdefleisch bei Spanghero eingetroffen und als Rindfleisch rausgegangen", sagte Hamon. Teilweise habe es sich zu 100 Prozent um Pferdefleisch gehandelt, ergänzte der Minister vor dem Fernsehauftritt bei einer Pressekonferenz. Der Minister sprach von "Wirtschaftsbetrug", für den sich Spanghero verantworten müsse. Mehrere Monate lang soll der Schwindel mit insgesamt 750 Tonnen Fleisch gedauert haben. Dem Lebensmittelbetrieb wurde die Lizenz zur Fleischverarbeitung entzogen.

Noch am Montag hatte Spanghero erklärt, dass es sich strikt an die europäischen und französischen Regeln halte. Das Unternehmen habe Rindfleisch aus der EU gekauft und weiterverkauft, teilte Spanghero mit.

Fleisch aus Rumänien richtig ausgezeichnet

Die rumänischen Schlachthöfe, aus denen das Fleisch stammte, wurden von der französischen Regierung entlastet. Das Pferdefleisch sei vor dem Transport nach Frankreich korrekt als solches ausgezeichnet worden, sagte Hamon.

Auch in Deutschland zog der Skandal immer weitere Kreise. Nach der Supermarktkette Real entdeckte Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka nicht deklariertes Pferdefleisch in Tiefkühl-Lasagne seiner Eigenmarke "Gut & Günstig".

Verbraucherministerin Aigner rief die Behörden zu Wachsamkeit auf. "Wichtig ist, dass alle falsch gekennzeichneten Produkte schnell vom Markt genommen und Proben in den Labors gründlich untersucht werden, auch auf Arzneimittelrückstände", sagte sie der "Saarbrücker Zeitung". In Großbritannien waren im Pferdefleisch Reste eines Entzündungsmittels gefunden worden. Außerdem wurden in Großbritannien drei Menschen wegen Betrugsverdachts festgenommen, wie der Rundfunksender BBC berichtete.
Strengere Kontrollen gefordert

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen pocht auf strengere Kontrollen für Lebensmittel in der EU. "Die Lebensmittelüberwachung muss besser werden - nicht nur in Deutschland, sondern im gesamten Europa", sagte Verbandsvorstand Gerd Billen der "Passauer Neuen Presse". Am Freitag will die EU-Kommission die Eckpunkte eines gemeinsamen Aktionsplans vorstellen, der Tausende DNA-Tests bei verarbeitetem Rindfleisch und umfangreiche Untersuchungen von Pferdfleisch auf Medikamente vorsieht. Agrarkommissar Ciolos warnte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vor Regelveränderungen, bevor die Untersuchungsergebnisse feststünden.

(dapd)


 


 

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