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Radikalkur bei Nokia

7.000 Mitarbeiter müssen gehen

Radikalkur bei Nokia: Der kriselnde finnische Handyhersteller will durch einen drastischen Personalabbau wieder Tritt fassen. Weltweit trennt sich der Handy-Riese deshalb von rund 7.000 Mitarbeitern und damit von mehr als einem Zehntel der Belegschaft. Deutschland ist von dem Stellenabbau allerdings nicht betroffen, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte.

Von Erich Reimman

Der weltgrößte Handyhersteller steht derzeit massiv unter Druck. Denn er verliert vor allem bei den lukrativen Smartphones an Boden gegenüber Apples iPhone und den Android-Handys. Als Reaktion streicht das finnische Unternehmen bis Ende 2012 im Zuge eines Eine-Milliarde-Euro-Sparprogramms weltweit rund 4.000 Stellen. Weitere 3.000 Beschäftigte sollen zum Technologie-Dienstleister Accenture wechseln, der künftig auch die Betreuung der in die Jahre gekommenen Nokia-Handysoftware Symbian übernehmen soll.

Von den Stellenstreichungen sind nach Angaben des Unternehmens vor allem die Nokia-Niederlassungen in Dänemark, Finnland und Großbritannien betroffen. Die beiden deutschen Forschungs- und Entwicklungsstandorte in Berlin und Ulm bleiben dagegen nach Angaben eines Unternehmenssprechers von dem Sparprogramm verschont.

Standorte Berlin und Ulm sollen weiter wachsen

Berlin spiele eine zentrale Rolle bei der Entwicklung ortsbasierter Dienste. Ulm sei ein wichtiger Standort für die Entwicklung einfacher Basisgeräte, mit denen Nokia künftige weltweit neue Kunden gewinnen wolle, sagte ein Sprecher. "Wir erwarten, dass beide Standorte weiter wachsen werden." Sein einziges deutsches Handy-Produktionswerk in Bochum hatte Nokia bereits 2008 geschlossen. Dabei verloren 2.300 Mitarbeiter ihren Job.

Der Sprecher sagte, Nokia wolle mit den nun angekündigten Schritten das nächste Kapitel in der Nokia-Geschichte schreiben. Dazu gehört auch der Abschied von der eigenen Handy-Software Symbian, die gegenüber Apples iPhone und Googles Betriebssystem Android als nicht konkurrenzfähig gilt.

Bereits im Februar hatte der Konzern deshalb die Reißleine gezogen und angekündigt, künftig Microsofts Windows Phone als zentrales Smartphone-Betriebssystem zu verwenden. Das hauseigen Betriebssystem Symbian dürfte deshalb rasch an Bedeutung verlieren.

Betroffen von der Stellenverlagerung sind Mitarbeiter in China, Finnland, Indien, Großbritannien und den Vereinigten Staaten. Sie sollen Nokia zufolge zunächst die Arbeit an Symbian fortsetzen. Im Laufe der Zeit werde man aber Möglichkeiten suchen, sie umzuschulen und ihnen dann andere Tätigkeiten anzubieten. Accenture soll Nokia außerdem Software-Dienstleistungen für künftige Smartphones liefern.

(dapd )


 


 

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