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Mobile Security

Android-Besitzer vernachlässigen Sicherheit

Das Sicherheitsunternehmen Duo Security warnt vor ungepatchten Sicherheitslücken auf Android-Smartphones und -Tablets. Eine Analyse von über 20.000 Scans, die User über die hauseigene App X-Ray durchführten, führte zu alarmierenden Ergebnissen: Mehr als die Hälfte aller Geräte wiesen erhebliche Sicherheitsmängel auf.

"Ich muss sagen, der Wert wahrscheinlich realistisch ist", meint Eddy Willems, Sicherheitsexperte von G Data. "Das Problem ist eine Mischung aus Plattform-Diversifizierung und der Tatsache, dass viele User billigere Geräte wählen."

In nach wie vor verbreiteten älteren Betriebssystem-Versionen bleiben bekannte Schwachstellen eventuell lange bestehen, während Billig-Geräte teils an der falschen Stelle sparen.

Viele alte Androids

Das Duo-Security-Team präsentiert heute, Freitag, im Rahmen des United Security Summit genauere Details zu seiner Arbeit. Im Wesentlichen hat das Team analysiert, wie viele User beim Scan ihres Android-Geräts auf bestehende Lücken gestoßen sind, durch die Angreifer die Kontrolle über das Gerät erlangen könnten.

Dann wurde anhand betroffener Android-Versionen und dem globalen Android-Marktanteil dieser Versionen hochgerechnet, welcher Anteil aller Geräte weltweilt von Schwachstellen betroffen sein dürfte. Der Wert von über 50 Prozent ist demnach sogar eine "relativ konservative Schätzung", so Jon Oberheide, CTO von Duo Security.

Ein großes Problem ist, dass ältere Android-Versionen teils lange in breitem Gebrauch bleiben, obwohl nicht unbedingt alle sicherheitsrelevanten Aktualisierungen verfügbar sind, die in den aktuellsten Versionen dazugehören.

Nach offizieller Statistik laufen derzeit noch 14 Prozent aller Geräte, die in den letzten 14 Tagen wenigstens einmal auf Google Play zugegriffen haben, mit Android 2.2 (Froyo). Mehr als die Hälfte aller User ist mit einer Gingerbread-Version (2.3.x) unterwegs, während nur etwa jedes fünfte Gerät mit Android 4.0 (Ice Cream Sandwich) ausgestattet ist.

"Speziell Billig-Geräte bieten nicht immer einfache Update-Möglichkeiten", warnt zudem Willems.

Reale Gefahr

Tatsächliche Viren für Android sind zwar laut Willems nach wie vor selten, doch stellen offene Sicherheitslücken durchaus eine reale Gefahr dar.

"Die meisten Bedrohungen, die wir sehen, sind sogenannte möglicherweise unerwünschte Apps", erklärt der G-Data-Experte.

Dabei handelt es sich um Programme, deren Download der User zwar zugestimmt hat, die aber auch Funktionalitäten haben, die der Nutzer gar nicht wünscht - Spyware beispielsweise, analog zu sogenannter möglicherweise unerwünschter Software auf Windows-PC, die sich auch als legitimer Download tarnt.

In den nächsten Jahren dürften ungepatchte Android-Lücken zudem zu einer immer größeren Gefahr werden. "Wir haben schon Botnetz-artige Mechanismen erlebt", warnt Willems.

Allgemein werden Angriffe auf mobile Betriebssysteme und speziell Android immer ausgeklügelter, was dem Sicherheitsexperten zufolge einleuchtend ist.

"Immer leistungsstärkere Geräte werden schon allein deswegen angegriffen", erklärt er. Immerhin nutzen die Menschen immer öfter Smartphones und Tablets für Aktivitäten, die noch vor wenigen Jahren auf dem PC erledigt wurden.

(Redaktion)


 


 

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