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GM behält Opel

Das große Opel-Monopoly ist zu Ende

Beim Opel-Monopoly heißt es: Zurück auf Start. Ein Jahr, in dem das Umfeld für die Autos mit dem Blitz nicht gerade besser geworden ist, ist verloren. Jetzt soll Opel bleiben, was es bereits 80 Jahre lang war: eine Tochter des Detroiter Autoriesen General Motors (GM). Die unendliche Geschichte und das Chaos, bei dem die Opelaner nicht wissen, ob sie morgen noch einen Arbeitsplatz haben, geht weiter.

Was den Verwaltungsrat von GM bewogen hat, seine Verkaufszusage an Magna zurückzuziehen, kann nur vermutet werden. Eine Rolle dürfte das Wiedererstarken von GM in den USA gespielt haben. Mit Staatshilfe hat GM erstaunlich schnell die Insolvenz hinter sich gebracht. Den Detroitern dürfte dabei auch klar geworden sein, dass sie Opels Kompetenz für kleinere Autos als in Amerika üblich zukünftig brauchen werden. Auf keinen Fall wollten sie aber einen Technologietransfer über das Magna-Konsortium nach Russland. Lieber nehmen sie wieder selbst die Opel-Sanierung in Angriff.

GM will deutsche Staatsgelder

Für die Restrukturierung wollen die Amerikaner deutsche Staatsgelder in der gleichen Milliardenhöhe, die Berlin Magna in Aussicht gestellt hatte. Dabei ist die Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel, die wiedergewählt werden wollte, mit der frühen Festlegung auf den österreichisch-kanadischen Zulieferer als einzigen Partner dilettantisch vorgegangen. Sie hat auf nur eine Karte gesetzt. Inzwischen musste sie der EU-Kommission zugestehen, dass auch andere Opel-Sanierer Staatshilfe erhalten würden. Diese Zusage will GM, das vom Pokern mehr versteht, nun zu seinem Vorteil nutzen. Es wird den Amerikanern jedenfalls schwer zu vermitteln sein, warum der Konzern keine Hilfe erhält.

Opel droht nun Abbau von 15.000 Stellen

Den Opelanern, denen jetzt Werkschließungen in Europa und ein geschätzter Abbau von 15.000 Stellen - 5.000 mehr als bei Magna - drohen, hängt das Monopoly zum Hals heraus. Dennoch sind ihre Warnstreiks überzogen, denn die kosten den Hersteller Opel, der heute ohnehin schon 100 Millionen Euro monatlich in den Sand setzt, zusätzliches Geld. Für GM wäre dies allemal ein Grund, Opel in die Insolvenz zu treiben, aber dies ist keine Lösung. Alle sollten zurück an den Verhandlungstisch, um einen Konsens zu finden.

Autor Ingo Faust ist verantwortlicher Redakteur für das Ressort "Wirtschaft und Verbraucher" bei der in Düsseldorf erscheinenden Westdeutschen Zeitung.

(Redaktion)


 


 

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