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Müller-Brot

Gruppe um Ostendorf übernimmt Anlagen und viele Filialen - 700 Jobs fallen weg

Müller-Brot ist gerettet - doch die Belegschaft muss bluten. Die Investorengruppe um den bisherigen Mehrheitseigner Klaus Ostendorf aus Oldenburg, die den Großteil der nach einem Hygieneskandal insolventen Großbäckerei übernimmt, will nur 400 von bisher fast 1.100 Mitarbeitern weiterbeschäftigen. Der Rest steht bereits ab Montag auf der Straße.

Von Karl-Wilhelm Götte und Christof Rührmair

Schon vor Beginn der Betriebsversammlung, auf der die Mitarbeiter am Donnerstag in Neufahrn informiert werden, kochen die Emotionen hoch. Auf den Betriebsratsvorsitzenden fliegen sogar Eier. Er steht in der Kritik, weil er die Lösung mitgetragen haben soll.

Nach der Betriebsversammlung stehen zahlreiche Mitarbeiter mit vor Wut zitternden Händen und Tränen in den Augen vor dem Gelände der Bäckerei. Die Empörung ist groß, dass mit Ostendorf gerade derjenige, der in ihren Augen den Betrieb zugrunde gerichtet hatte, nun auch der neue Eigentümer werden soll.

Scharfe Kritik an Ostendorf

"Er hat uns Millionen geklaut und jetzt bekommt er den Betrieb. Die Lügner und Betrüger dürfen weitermachen", schimpft eine langjährige Mitarbeiterin. Eine andere bezeichnete Ostendorf als "Heuschrecke", die schon ganz andere Unternehmen kaputtgemacht habe - und jetzt Müller-Brot. Die Frau eines Mitarbeiters, der seit mehr als 20 Jahren im Betrieb ist, fragt, wie es jetzt weitergehen solle, wenn ihr Mann arbeitslos werde - schließlich hätten sie zwei Kinder.

Auch von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten kommt am Donnerstag scharfe Kritik. Der Abbau von zwei Dritteln der Stellen sei "eine Katastrophe", sagt Gewerkschaftsvertreter Mustafa Öz. "Ich weiß nicht, ob man von einer Rettung von Müller-Brot sprechen kann, wenn derjenige, der die Misere verursacht hat, das Unternehmen wieder kauft, nachdem zuvor mit öffentlichen Mitteln die Anlagen gereinigt und saniert wurden, die er zuvor selbst so lange vernachlässigt hat." Und durch die Freistellung der Mitarbeiter werde gleich noch einmal die öffentliche Hand zur Kasse gebeten.

Insolvenzverwalter: Es hätte schlimmer kommen können

Insolvenzverwalter Hubert Ampferl sieht es dagegen als Erfolg, dass die Investoren um Ostendorf die Fabrik und 151 der 230 Filialen sowie die Marken-, Lizenz- und Patentrechte übernehmen. "Angesichts der äußerst schwierigen Umstände hätte es weit schlimmer kommen können", sagt er. "Insgesamt freue ich mich, dass es gelungen ist, einige hundert Arbeitsplätze und das Unternehmen zu erhalten." Zuletzt habe schließlich niemand kaum noch jemand an eine Rettung geglaubt.

Die neuen Eigner wollen sich laut Ampferl nun schnellstmöglich um die Genehmigung für einen Neustart der Produktion bemühen.

(dapd )


 


 

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1 Kommentar

von irgendwer
29.03.12 20:14 Uhr
???

Wochenlang geputzt und geschuftet, dann auf die
Strasse geschmissen. Betriebsrat und Chef
sollten... [gekürzt, die Red]

 

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