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Großreinemachen bei Müller-Brot

250 Mitarbeiter der insolventen Großbäckerei säubern die Produktionsanlagen

Kakerlaken und Mäuse werden vernichtet, die Maschinen blank poliert: Nach dem Hygieneskandal sind die Reinigungsarbeiten bei der insolventen Großbäckerei Müller-Brot in vollem Gange. Die etwa 250 Beschäftigten, die tagtäglich bis zu zwölf Stunden in der Backfabrik im Münchner Vorort Neufahrn putzen, stehen vor einer Herkulesaufgabe: 30.000 Quadratmeter Produktionsfläche müssen auf dem insgesamt sieben Fußballfelder großen Areal gesäubert werden.

Von Till Erdtracht

 "Die Mitarbeiter sind heiß darauf, dass es endlich wieder losgeht", lobt der neue Betriebsleiter bei Müller-Brot, Josef Blank, bei einem Rundgang über das Gelände am Donnerstag.

Übernächste Woche will Müller-Brot wieder backen. Zumindest Brezen, Brot, Ciabatta und Semmeln sollen dann wieder an die Bäckereifilialen geliefert werden. Vorher aber müssen die Gesundheitsbehörden grünes Licht nach einer erneuten Inspektion der Backfabrik geben. Der vorläufige Insolvenzverwalter Hubert Ampferl sagt: "Ich bin der absolut festen Überzeugung, dass wir die Abnahme schaffen." Über die eifrigen Mitarbeiter sagt er: "Die sind unendlich fleißig, die putzen und werkeln, das ist verrückt."

Für die Reinigungsarbeiten stehen laut Betriebsleiter Blank 600.000 Euro zur Verfügung. Alle Maschinen werden zerlegt und gesäubert oder gleich ausgemustert. Auf dem Hof des Areals hat sich schon tonnenweise Schrott angesammelt, hauptsächlich alte Förderbänder. Die ältesten Anlagen stammen noch aus den 70er Jahren. Ein paar Meter weiter deutet Blank auf die mächtigen Silos im Außenbereich. "Zehn bis zwölf Tage dauert es, die 500 Tonnen Mehl abzupumpen", erklärt er. Erst dann könnten die riesigen Behälter gereinigt werden.

In einer der 10.000 Quadratmeter großen Hallen zeigt Blank stolz einen 80 Meter langen Ofen - die größte Kaisersemmelanlage Europas - und dann eines der schier endlosen Förderbänder. Hier unten, sagt Blank und deutet unter die Anlage, sei Mäusekot entdeckt worden. "Mit Sicherheit ist das ekelerregend." Schaben hätten sich teils unter den Maschinen eingenistet, etwa in Schaltkästen. "In den Details hat sich der Teufel versteckt", konstatiert Blank, der nicht durch alle Bereiche führen kann. Manche sind mit giftigen Dämpfen vernebelt, die das Ungeziefer vernichten sollen.

Mehr als fünf Kaufinteressenten

Wegen Drecks und Schädlingen ruht die Produktion bei Müller-Brot seit Ende Januar. Ampferl spricht von einem "enormen Imageschaden" angesichts des Hygieneskandals. Das Vertrauen der Kunden will er unter anderem durch bewährte Rezepte wiedergewinnen. "Wir wollen zurück zur alten Müller-Qualität", sagt er. In Backversuchen werde zum Beispiel getestet, "welche Breze die Schmackhafteste ist". Der Name Müller-Brot soll erhalten bleiben - es solle nicht der Eindruck entstehen, dass man die Verbraucher täuschen wolle.

Den etwa 1.250 Beschäftigen macht Ampferl Hoffnung: Er verhandle mit "mehr als fünf Interessenten", die das Unternehmen samt Produktionsanlagen und Filialnetz übernehmen wollen. Sein Ziel sei es, das "Gesamtgebilde" von Müller-Brot und die größtmögliche Zahl der Arbeitsplätze zu erhalten. Welcher Investor den Zuschlag erhält, soll bis Ende März entschieden sein.

(dapd )


 


 

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