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Müller-Brot

Insolvenzverwalter: Weichen für Wiederaufnahme der Produktion gestellt

Für die insolvente Großbäckerei Müller-Brot gibt es ein Hoffnungszeichen. Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters Hubert Ampferl ist der Weg zur Wiederaufnahme der Produktion geebnet. Es sei gelungen, in Verhandlungen mit den Banken die Finanzierung der notwendigen Reinigungs- und Wartungsarbeiten zu sichern, sagte Ampferl am Dienstag. Derweil weitete die Staatsanwaltschaft Landshut ihre Vorermittlungen gegen das Unternehmen aus dem oberbayerischen Neufahrn aus.

Von Till Erdtracht

Wegen verschmutzter Maschinen und Schädlingsbefall ruht die Produktion bei Müller-Brot seit Ende Januar. Das Hygienekonzept für die Backfabrik in Neufahrn sei überarbeitet, das Budget für die Reinigung signifikant erhöht worden, sagte Ampferl. Er geht davon aus, dass alle Mängel in zwei Wochen beseitigt sind. "Die Fertigung startet aber erst wieder, wenn die Hygiene ohne Wenn und Aber wieder hergestellt ist."

Den Angaben zufolge sind die Löhne und Gehälter der etwa 1.250 Mitarbeiter über das Insolvenzgeld gesichert. Das trifft aber nicht auf die Pächter der Bäckereifilialen zu. Sie treffe die Pleite des Unternehmens "mit besonderer Härte", sagte Ampferl. Er wolle deshalb einen wesentlichen Teil eines Massekredits, den er zur Aufrechterhaltung des Betriebs beantragt habe, an die Pächter auszahlen.

"Rettung des Unternehmens ist nach wie vor möglich."

Derzeit gibt es etwa 240 Bäckereifilialen von Müller-Brot. Etwa 80 von ihnen betreibt das Unternehmen noch selber, die anderen sind an Franchise -Nehmer verpachtet. Ampferl erklärte, sein Ziel sei es, das Filial- und Vertriebsnetz zu erhalten. Zurzeit würden die Filialen mit zugekauften Backwaren versorgt.

Ampferl sagte: "Eine Rettung des Unternehmens ist nach wie vor möglich." Jetzt komme es darauf an, rasch das verloren gegangene Vertrauen bei den Kunden, Mitarbeitern und Pächtern zurückzugewinnen. "Nur wenn dies gelingt, hat das Unternehmen eine echte Chance auf einen Neuanfang."

Noch in diesem Monat will der vorläufige Insolvenzverwalter Gespräche mit potenziellen Investoren führen. Zudem will er die Handelsketten kontaktieren, die sich von Müller-Brot abgewandt hatten. Wegen des Hygieneskandals hatten Lidl und Aldi der Großbäckerei den Rücken gekehrt. Am vergangenen Donnerstag hatte Müller-Brot Insolvenzantrag gestellt.

Unternehmen womöglich schon länger überschuldet

Derweil leitete die Staatsanwaltschaft Landshut Vorermittlungen gegen das Unternehmen wegen Insolvenzverschleppung ein. Anhand der Bilanzen werde geprüft, ob die Großbäckerei seit längerem überschuldet sei und nicht rechtzeitig Insolvenz angemeldet habe, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Ralph Reiter.

Geprüft wird zudem, ob Kautionen von Pächtern der Bäckereifilialen veruntreut worden seien. Die Gelder seien offensichtlich im laufenden Geschäftsbetrieb ausgegeben worden. Ob dies rechtmäßig gewesen sei, hänge von den Verträgen ab, sagte Reiter. Die Staatsanwaltschaft Landshut ermittelt schon seit Mitte 2011 gegen Müller-Brot wegen Verstoßes gegen das Lebensmittelgesetz.

(dapd )


 


 

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