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Munich Re

Weltgrößter Rückversicherer sieht Kapitalerträge der Branche gefährdet

Der Rückversicherer Munich Re erwartet schwere Zeiten für die Versicherungsbranche. Die Krise in der Eurozone, Unsicherheiten auf den Kapitalmärkten und langfristig niedrige Zinsen stellten Erst- und Rückversicherer vor große Herausforderungen, teilte der weltgrößte Rückversicherer am Sonntag in Monte Carlo mit.


Verwerfungen an den Finanzmärkten träfen Unternehmen vor allem über ihre Kapitalanlagen. Historisch niedrige Zinsen belasteten das Geschäftsmodell bei Vorsorgeprodukten und lang laufenden Haftpflichtdeckungen.

Die Branche stehe vor der Aufgabe, stabile Erträge im Kerngeschäft zu erwirtschaften und die Abhängigkeit vom Ergebnis der Kapitalanlagen zu reduzieren, sagte Munich-Re-Vorstand Torsten Jeworrek. Entscheidende Frage sei, "wie schnell und in welchem Ausmaß es den Erst- und Rückversicherern gelingen wird, das niedrige Zinsniveau in ihre Preisberechnungen einzubeziehen", betonte er.

Historisch niedrige Zinsen, in einigen Ländern ein negativer Realzins und große Unsicherheiten auf den Kapitalmärkte prägten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Branche. Zudem müssten sich die Versicherer verschiedene Risikoszenarien vorbereiten. Dazu gehörten der Austritt einzelner Mitglieder aus der Eurozone, die Zahlungsunfähigkeit von Staaten, eine sprunghaft steigende Inflation oder eine Deflation, warnte Jeworrek zudem.

Die Munich Re sehe die Stabilisierung der Eurozone als eine der wichtigsten Aufgaben der Politik. "Als umsichtige Risikomanager müssen wir uns gleichzeitig auf sehr unterschiedliche Szenarien vorbereiten", sagte Jeworrek allerdings. Ein fein auf Verbindlichkeiten abgestimmtes Management der Kapitalanlagen, eine Anpassung der Versicherungsprodukte und operative Maßnahmen könnten die Folgen möglicher Verwerfungen im ökonomischen Umfeld dämpfen.

Munich Re erwartet bei der Erneuerung der Rückversicherungsverträge Anfang kommenden Jahres weitgehend stabile Prämien. Nur für die Deckung von Sturmschäden in Europa könnten sich Anpassungen noch oben ergeben, erklärte das Unternehmen. In der Haftpflichtbranche werde sich dagegen der Trend zu leichten Erhöhungen fortsetzen. Hier drückten die niedrigen Zinsen die Rentabilität lang laufender Deckungen.

(dapd)


 


 

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