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Nach Ausbruch der neuen Grippe wachsam bleiben

Deutschland hat es geschafft: Der Angriff der Viren ist vorläufig abgewehrt. Elf Menschen sind bis gestern an der neuen Grippe erkrankt. Kein Patient hat hierzulande sein Leben verloren, es waren nicht einmal schwere Krankheitsverläufe zu verzeichnen. Allerorten verbreitet sich Erleichterung. Genauso schnell, wie die Angst gewachsen ist, folgt jetzt die Rückkehr zur Tagesordnung. Statt der neuen Grippe grassiert das Gefühl, die Warnungen vor der Krankheit seien womöglich ebenso übertrieben gewesen wie die Abwehrmaßnahmen.

Die neue Variante des AH1N1-Virus vom Schwein hatte aber durchaus das Zeug zum globalen Killer. Analysen seines Erbmaterials zeigen, dass es viele Anteile von der Schweine- und Vogelgrippe, aber nur wenige von der Menschengrippe hat. Und dennoch hat es sich gut ausgebreitet. Diese Tatsache bereitet den Virologen nach wie vor Kopfschmerzen, auch wenn sich die Situation derzeit stabilisiert hat und die Ansteckungszahlen nicht exponentiell wachsen. 2.318 Männer, Frauen und Kinder in 24 Ländern sind mittlerweile daran erkrankt.Gelindert werden diese Sorgen dadurch, dass die neue Grippe offenbar weniger krank macht, als nach den ersten Meldungen aus Mexiko befürchtet werden musste. Was das betrifft haben die Welt und Deutschland einfach Glück gehabt. Sich darauf zu verlassen, wäre leichtfertig gewesen. Glück hätte die weltweite Ausbreitung eines Killervirus keinesfalls verhindert.

Mexiko ging offener mit H1N1 um, als China mit SARS

Ohne Offenheit, Schnelligkeit, Wachsamkeit und gute Vorbereitungen hätte das Virus in gefährlicher Form freie Bahn gehabt. So aber hat der mexikanische Staat - völlig anders als China im Fall von SARS - von Anfang an offen informiert und mit der Weltgesundheitsorganisation zusammengearbeitet. Auch die hat entschlossen und schnell gehandelt und die Pandemiegefahr ausgerufen. Das wiederum hat im deutschen Gesundheitssystem all die Aktivitäten ausgelöst, die zuvor in akribischen Pandemieplänen festgelegt worden waren. War das, was dann folgte, Panikmache, haben die Gesundheitsbehörden womöglich heftig übertrieben und - mit kräftiger Unterstützung der Medien - unnötig hysterisch gewarnt und agiert? Niemand kann im Nachhinein diese Frage beantworten.

Gesundheitsbehörden haben Krankheitsausbruch gut "gemanagt"

Die Ausbreitung der Krankheit ist ja auch deshalb eingedämmt worden, weil Mexikoheimkehrer sich die Warnungen zu Herzen genommen und sich den Gesundheitskontrollen eben nicht entzogen haben. Ärztinnen und Ärzte sind offen mit der Gefahr umgegangen und haben so zu der Atmosphäre vertrauensvoller Gelassenheit beigetragen, die den Vorwurf der Panikmache überhaupt erst hat aufkommen lassen. Wer jetzt von übertriebenen Warnungen spricht, gehört zu denen, die nachher immer schlauer sind. Der öffentliche Gesundheitsdienst hat diesen Krankheitsausbruch erfolgreich "gemanagt". Das darf nicht zu verharmlosender Selbstzufriedenheit führen. Es gilt daraus zu lernen, weiterhin wachsam und vorbereitet zu sein. Die Pandemie ist nur vertagt.

Quelle: ots / Westfalen-Blatt

(Redaktion)


 


 

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