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Abhängigkeit Deutschlands von Fischimporten nimmt 2013 weiter zu

Am Sonntag, den 7. April 2013, ist der so genannte Fish Dependence Day erreicht. Von diesem Tag bis zum Ende des Jahres stammt jeder in Deutschland konsumierte Fisch rechnerisch aus dem Ausland. Darauf machen die deutschen Mitgliedsverbände der europaweiten Kampagne "Ocean 2012" aufmerksam. Sie fordern die deutsche Bundesregierung auf, im Rahmen der Gemeinsamen Fischereipolitik eine zügige Erholung der Fischbestände in der EU zu gewährleisten.

Der deutsche Fischkonsum übersteigt mit über 15 kg pro Kopf die legalen Fangmöglichkeiten deutscher Fischer bei weitem. 

Ab dem 7. April 2013 ist Deutschland statistisch gesehen für den Rest des Jahres vollständig auf den Import von Fisch und Meeresfrüchten angewiesen. Die EU insgesamt ernährt sich knapp die Hälfte des Jahres von Fisch aus auswärtigen Gewässern. Zu diesem Ergebnis kommt ein aktueller Bericht der englischen New Economics Foundation (nef) und "Ocean 2012". Die Studie ermittelt für die Europäische Union und jeden einzelnen Mitgliedstaat das Maß der Selbstversorgung. Der Eintritt der Einfuhr-Abhängigkeit wird auf Kalendertage umgerechnet und als "Fish Dependence Day" des jeweiligen Staates bezeichnet.

Überfischung der Weltmeere

"Die Erholung der europäischen Bestände und eine größere Eigenversorgung Europas mit Fisch ist auch eine entwicklungspolitische Forderung: Die EU und Deutschland verursachen als weltgrößter Importmarkt für Fisch zugleich die Überfischung der Weltmeere und vergrößern so die Misere an den Küsten einiger Entwicklungsländer", erklärt Francisco Mari, Fischereiexperte von Brot für die Welt. "Mit unserem Verzehr importierten Fischs tragen wir zur Verarmung der Menschen an den Küsten des globalen Südens und zur Verschärfung von Hungerkrisen bei."

"Für eine wachsende Zahl von Menschen sind Verantwortung und Genuss untrennbar - selbst deutsche Spitzenköche fordern inzwischen die nachhaltige Nutzung unserer Fischressourcen", sagt Ursula Hudson, die amtierende Vorsitzende von Slow Food Deutschland. Nachhaltige Fanggrenzen bis 2015 seien in Europa machbar. Daran müsse sich die Politik messen lassen, so Hudson weiter. Auch die Deutsche Umwelthilfe unterstützt diese Forderung als Partner im Bündnis.

Reform der EU-Fischereipolitik gefordert

Nur mit gesunden, das heißt genügend großen Fischbeständen könne die Abhängigkeit Deutschlands von Fischimporten, deren nachhaltiger Ursprung oft zweifelhaft sei, verringert werden, heißt es weiter.

Im Rahmen der Reform der europäischen Fischereipolitik fordert die Initiative "Ocean 2012", die Überfischung und destruktive Fischfangmethoden zu beenden. Der Zusammenschluss von europaweit 183 Organisationen setzt sich darüber hinaus für eine angemessene und gerechte Nutzung der Fischbestände ein.

(Redaktion)


 


 

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