Sie sind hier: Startseite Weser-Ems Business-News
Weitere Artikel
Ölkatastrophe am Golf von Mexiko

Kritik an Ölbohrungen im Nationalpark Wattenmeer

Anlässlich des Jahrestages der Ölkatatstrophe am Golf von Mexiko, vom 20. April 2010 mit elf Toten, übt die Umweltschutzorganisation Nabu Kritik an Ölbohrungen im Nationalpark Wattenmeer.

Vor einem Jahr strömten 780 Millionen Liter giftiges Rohöl aus und verseuchten die Südküste der USA. Welche Wirkung die gefährlichen Inhaltsstoffe und Abbauprodukte des Öls, sowie die massenhaft eingesetzten Dispersionsmittel in dem komplexen marinen Nahrungsnetz entfalten, ist laut Nabu noch unklar. Es gebe aber Informationen über tote Korallenriffe und dezimierte Fischpopulationen. Experten warnten zudem wegen der erhöhten Belastung mit Kohlenwasserstoff noch immer vor dem Verzehr von Austern und Shrimps. Kürzlich habe zudem das Institut für Meeressäugetiere in Gulfport (Louisiana) gemeldet, dass in der Unglücksregion zehnmal mehr tote Delfinbabys als üblich gefunden worden seien. Fast die Hälfte der Menschen in der Unglücksregion leide an Kopfschmerzen, Atembeschwerden, Hautreizungen und Depressionen, so der Nabu weiter. Viele Existenzen in der Fischerei und im Tourismus seien auf Dauer zerstört.

Nabu: Kitik an "Mittelplate A"

Auch im deutschen Wattenmeer wird Öl gefördert. Obwohl die Fördermenge in den letzten Jahren um 30 Prozent zurückgegangen ist und weniger als zwei Prozent des deutschen Ölverbrauchs ausmacht, halten Ölkonzerne an der Produktion im Nationalpark fest. Auch wenn die Technik der Bohrinsel "Mittelplate A" anders ist als die der "Deepwater Horizon", gefährdet vor allem der sich verändernde Wattengrund eine sichere Erdölförderung. Um das Risiko zu minimieren, wurden eigens 80.000 Quadratmeter Wattenmeerboden mit Gestein, Beton und Mörtel versiegelt. "Dabei ist die natürliche Dynamik der Wasserläufe ein wesentliches Schutzziel im Nationalpark Wattenmeer. Dieser sogenannte Kolkschutz stellt einen inakzeptablen Eingriff in das Ökosystem dar und verursacht starke Störungen für die dort lebenden Tierarten", erklärt Nabu-Wattenmeerexperte Eric Neuling.

Die Fördergenehmigung von "Mittelplate A" wurde inzwischen für 30 weitere Jahre verlängert. Rund um das Förderfeld herum soll es zudem weitere seismologische Untersuchungen und Probebohrungen zum Ausbau der Erdölproduktion geben. 

Katatstrophen: EU will Kostenübernahme regeln

Der Nabu und fordert gemeinsam mit einem breiten Bündnis von Verbänden das sofortige Ende der Ölförderung im Wattenmeer. Die Europäische Kommission hat angekündigt, in diesem Jahr einen Gesetzentwurf vorlegen, der die Konzerne bei Havarien zur Kostenübernahme verpflichtet.

(Redaktion)


 


 

Wattenmeer
Mexiko
Deepwater Horizon
Atomkatastrophe
Mittelplate
Nationalpark Wattenmeer
Nordsee

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Golf" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: