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  • 20.09.2012, 08:14 Uhr
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  • Hamburg/Oldenburg
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NDR-Bericht

Schlachthofbetreiber müssen bei Tierschutz-Verstößen kaum mit Strafe rechnen

Niedersächsische Veterinärbehörden gehen nach Recherchen des Radiosenders NDR Info gegen Tierschutz-Verstöße in Schlachtbetrieben nur in Ausnahmefällen mit Geldbußen oder vorübergehenden Betriebsstilllegungen vor.

Wie eine Umfrage des Senders ergab, werden die meisten Rechtsverstöße nur mit mündlichen oder schriftlichen Belehrungen geahndet. Dabei geht es beispielsweise um Verstöße wie falsch angesetzte Betäubungsgeräte oder fehlerhafte Entblutungsschnitte. Den Angaben der Behörden zufolge hat im vergangenen Jahr lediglich die Veterinärbehörde der Region Hannover fünf Mal eine Geldbuße verhängt, in Oldenburg wurde in einem Betrieb ein Schlachtstopp verfügt.

Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium hatte kürzlich erstmals Zahlen zu Rechtsverstößen in Schlachthöfen bekannt gegeben. Wie es in der der Antwort auf eine kleine Anfrage der Landtagsfraktion der Grünen heißt, ahndeten die Behörden im Jahr 2011 in der Rinderschlachtung 70 und in der Schweineschlachtung 50 Rechtsverstöße. Eine regelmäßige landesweite Statistik darüber wird laut niedersächsischem Landwirtschaftsministerium nicht geführt. Dies wäre "mit einem unverhältnismäßigen, nicht zu rechtfertigenden bürokratischen Aufwand verbunden", hieß es auf Nachfrage des NDR.

Tierschützer: Deutlich mehr Verstöße

Dem widersprechen Tierschutz-Experten. "Statistiken sind wichtig, damit man sich ein Bild machen kann, was in den Betrieben passiert", sagt der Geschäftsführer des Beratungs- und Schulungsinstitut für Tierschutz bei Transport und Schlachtung (BSI), Martin von Wenzlawowicz. Von Wenzlawowicz geht zudem davon aus, dass es deutlich mehr Verstöße gibt, als von den Behörden offiziell festgestellt werden. Möglicherweise seien sich die amtlichen Veterinäre "nicht bewusst, dass eine Beanstandung notwendig ist, damit sich die Verhältnisse wirklich ändern", so von Wenczlawowicz, dessen Institut sowohl Behörden als auch Schlachthofbetreiber in Tierschutzfragen berät. Verstöße gegen die Tierschutzschlachtverordnung können mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 Euro geahndet werden.

(Redaktion)


 


 

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1 Kommentar

von Antonietta
25.09.12 07:28 Uhr
Schlachtung

Zuerst betäubt man die Tiere: Rinder mit einem Bolzenschussgerät, Schweine und Hühner entweder mit einem Stromstoß oder mit Gas. Die Körper hängt man auf Haken und schlitzt die Blutbahnen auf, damit die Tiere ausbluten. Die Köpfe trennt man ab. Dann zieht man den Tieren die Haut ab. Schweine "brüht" man vorher: Man legt sie in heißes Wasser, damit man die Borsten besser entfernen kann. Dann entfernt man die Innereien und zerlegt das Tier in einzelne Stücke. In Deutschland werden rund 500.000 Schweine und 200.000 Rinder pro Jahr nicht ordentlich betäubt, so dass sie bei Bewusstsein verbrüht oder zerteilt werden.
http://www.n-tv.de/politik/In-fuenf-Sekunden-kommt-der-Tod-article6550096.html
"Auf deutschen Schlachthöfen müssen die Tiere häufig unnötig leiden. Die Fehlerquote beim Schlachten von Rindern liegt teils bei über neun Prozent, bei Schweinen sogar bei bis zu 12,5 Prozent. Grund ist die Akkordarbeit auf Schlachthöfen. Nur fünf Sekunden bleiben für das fachgerechte Töten. Das sind weit über 700 Schweine pro Stunde."

 

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