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Discounter-Reportage

NDR legt im Rechtsstreit gegen KiK erfolgreich nach

Der Norddeutsche Rundfunk hat sich im Rechtsstreit mit dem Textildiscounter KiK (Tengelmann-Konzern) vor dem Hamburger Landgericht im Wesentlichen durchgesetzt. Der NDR darf laut Gerichtsbeschluss vier Arbeiterinnen aus Bangladesch auch weiterhin als "KiK-Näherinnen" bezeichnen. Diese Näherinnen nehmen eine zentrale Rolle in der Beweisführung des Films "Die KiK-Story" ein. Der NDR strahlte diese Folge von "Panorama - die Reporter" bereits am 7. April aus.

Das Unternehmen KiK reagierte auf die damalige Ausstrahlung mit verschiedenen Unterlassungsbegehren und versuchte so, die weitere Verbreitung des Filmes zu stoppen. Dies gelang schon damals in vielen Punkten nicht, an einer wichtigen Stelle jedoch konnte sich KiK zunächst durchsetzen: Das Landgericht Hamburg entschied nach Darstellung des Senders am 21. Mai, der NDR dürfe nicht weiter behaupten, die vier Näherinnen seien aktuell für die KiK GmbH oder ihre Zulieferfirmen tätig oder tätig gewesen. 

Journalist recherchierte in Dhaka nach

Entscheidend für die Gerichtsentscheidung waren demnach eidesstattliche Versicherungen von KiK-Mitarbeiterinnen aus Deutschland, wonach die fraglichen Näherinnen in Bangladesch angeblich nicht mehr für KiK arbeiteten. Diese eidesstattlichen Versicherungen beruhten laut NDR im Wesentlichen auf Hörensagen, doch vor Gericht reichte das offenbar vorerst aus. KiK hatte sich nach dem Sieg in diesem Punkt (sowie zwei weiteren nachgeordneten Randaspekten) in einer Pressemitteilung verkündet, man sei "froh, dass derartige fehlerhafte journalistische Behauptungen und Recherchen in Deutschland geahndet und untersagt werden".

Der juristische Etappensieg sorgte nun für weitere Recherchen von "Panorama - die Reporter", die letztendlich doch noch zur Umkehr der Gerichtsentscheidung führten. Reporter Christoph Lütgert reiste erneut nach Dhaka, um weitere Beweise dafür zu finden, dass die vier Frauen Näherinnen für KiK waren oder sogar noch sind. Dies gelang dem Journalisten: Alle Details ließen sich vor Ort verifizieren, die Näherinnen gaben eidesstattliche Versicherungen ab. Schließlich gelang es Reporter Lütgert sogar, an den Arbeitsplatz einer der Näherinnen - eine Fertigungshalle in Dhaka - zu gelangen. Dort konnte er zahlreiche Produkte mit KiK-Label filmen. Das Landgericht Hamburg würdigte die vorgelegten weiteren Beweise des NDR und nahm daraufhin das Ausstrahlungsverbot per Urteil zurück.

Edel-Logos auch an Billig-Socken genäht

Auch eine Reihe anderer von KiK vor Gericht bestrittener Rechercheergebnisse darf der NDR nach eigener Darstellung weiter verbreiten, etwa die Aussage, in einer Filiale habe sechs Winter lang die Heizung nicht funktioniert, oder das Rechercheergebnis aus dem Film, wonach KiK mit dem Ergee-Label Billigsocken aus Billigländern zu Markenware veredele. Erfolgreich war KiK dagegen nach Darstellung des Senders in dem Punkt, der NDR dürfe aus Gründen des Urheberrechts ein bestimmtes Foto des KiK-Chefs Stefan Heinig nicht verbreiten, das man aus einer KiK-Mitarbeiterzeitschrift entnommen hatte.

Seine neuen Recherchen präsentiert das NDR Fernsehen am Mittwoch, 4. August, um 22:30 Uhr in einer neuen Folge von "Panorama - die Reporter". Zuvor läuft am selben Abend die Reportage "KiK-Story" im Ersten in der Reihe "ARD-exclusiv" um 21:45 Uhr.

(Redaktion)


 


 

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