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Rockerclubs und Neonazis

Innenminister Schünemann sieht nur vereinzelte Überschneidungen

Die Landtagsabgeordneten Hans-Christian Biallas und Angelika Jahns (beide CDU) haben jüngst eine Kleine Anfrage an Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) gerichtet und nach Verbidnungen zwischen Rockerclubs und der Neonazi-Szene gefragt. Schünemann hat nun geantwortet.

Gefahren sieht Schünemann insbesondere im hohen Einschüchterungspotenzial der Rocker und deren hierarchischen Organisation in Clubs. Auch die hohe Gewaltbereitschaft und Bewaffnung, die immer wieder in gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Rockergruppierungen zum Vorschein komme, fließe in das Gesamatbild mit ein. In Einzelfällen bestehe auch die Gefahr, dass Rockergruppierungen ihre straffe netzwerkartige Organisationsform gezielt nutzten, so Schünemann weiter. Weil Motorradclubs überall im Land verteilt seien, habe dies auch länderübergreifende Relevanz.

LKA: Neonazis nur in wenigen Fällen

Dem Landesverfassungsschutz lägen jedoch keine Erkenntnisse über eine strukturierte Zusammenarbeit zwischen Rechtsextremisten und Rockern vor. Nach Erkenntnissen des Landeskriminalamtes Niedersachsen seien zudem in den Jahren 1999 bis 2007 gegen insgesamt sechs Mitglieder des Red Devils MC, die in Niedersachsen ihren Wohnsitz hätten, Verfahren zu politisch motivierten Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten geführt worden, führte der Minister aus. Von diesen sechs Mitgliedern bestünden bei zwei Personen konkretere Hinweise auf Verbindungen in die rechte Szene.

Schünemann: "Hells Angels"wollen wachsen

Weiter fragten die Abgeordneten Biallas und Jahns, wie die Landesregierung die Expansion der "Red Devils", einem Unterstützerclub der "Hells Angels",  beurteilt. Schünemann antwortete, dass  es Hinweise darauf gebe, dass die Expansion des "Red Devils" Motorradclubs (MC) auf Betreiben des "Hells Angels" MC Hannover erfolgt ist, der dadurch seinen Gebietsanspruch in Niedersachsen unterstreichen wolle.

Dies berge insoweit Konfliktpotential, dass andere Motorradclubs ihre für sich reklamierten Einflussbereiche beeinträchtigt sähen, so der Innenminister. in den vergangenen Monaten konnten in Cuxhaven, Vechta und Oldenburg gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen dem Red Devils MC und dem ebenfalls dort ansässigen Gremium MC nur durch rechtzeitigen Polizeieinsatz verhindert werden. Auch der weiter expandierden "Bandidos" MC spielt in diesem Zusammenhang eine Rolle. Da das grundsätzliche Geschäftsgebaren von Rockergruppierungen nach Schünemanns Worten belegbar auf Territorial- und Machtzuwachs gegenüber anderen konkurrierenden Motorradclubs ausgelegt sei und fraglich ist, inwieweit andere Rockergruppierungen die beschriebene Expansion des Red Devils MC und damit auch die Ausweitung des Einflussbereiches des Hells Angels MC Hannover akzeptierten, seien zukünftige Auseinandersetzungen nicht auszuschließen. In Rheinland-Pfalz wurde jüngst ein Polizeibeamter von einem Bonner "Hells Angels"-Mitglied erschossen.

(Redaktion)


 


 

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