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Neue Sektorenuntersuchung

Bundeskartellamt nimmt Mineralölmarkt noch genauer unter die Lupe

Das Bundeskartellamt nimmt die Preisgestaltung der Mineralölkonzerne noch genauer unter die Lupe. Die Wettbewerbsbehörde kündigte am Donnerstag eine weitere Sektoruntersuchung an, mit der sie Licht in die Zusammenhänge zwischen Rohölpreisen, Großhandelspreisen und Tankstellenpreisen bringen will.

Von Erich Reimann

Der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, sagte: "Wir werden uns genauer ansehen, in welcher Form Preisbewegungen bei Rohöl und Mineralölprodukten an die Autofahrer weitergegeben werden." Die Untersuchung solle Aufschluss über die Wettbewerbsintensität bei Raffinerien und im Mineralölgroßhandel geben und etwaige Wettbewerbsprobleme aufdecken. Dazu sollen unter anderem gesellschaftsrechtliche Verflechtungen zwischen den Mineralölunternehmen bei Raffinerien, Transport und Tanklagern und die vertragliche Ausgestaltung von Großhandelsgeschäften untersucht werden.

Zuvor hatte die Bonner Behörde bereits in einer ersten Sektoruntersuchung die Tankstellenmärkte und deren Preisgestaltung untersucht. Die Studie trug laut Kartellamt zum Nachweis eines marktbeherrschenden Oligopols der fünf großen Tankstellenbetreiber - BP/Aral, Jet, Esso, Shell und Total - auf dem deutschen Markt bei.

"Die Unternehmen verstehen sich ohne Worte"

Die Kartellbehörde kam damals zu dem Ergebnis, dass sich die großen Fünf "gegenseitig keinen wesentlichen Wettbewerb machen". Angesichts der Marktstrukturen seien nicht einmal Absprachen zwingend nötig. "Die Unternehmen verstehen sich ohne Worte. Das führt zu überhöhten Preisen", urteilte Mundt damals.

Das Bundeskartellamt kann die Untersuchung eines bestimmten Wirtschaftszweiges durchführen, wenn besondere Umstände vermuten lassen, dass der Wettbewerb eingeschränkt oder verfälscht ist. Die Untersuchung richtet sich dabei ausdrücklich nicht gegen einzelne Unternehmen.

Die Wettbewerbsbehörde geht zurzeit außerdem dem Verdacht nach, dass die großen Mineralölunternehmen freie Tankstellen behindert haben könnten. Die freien Tankstellen, die ein Drittel des Marktes in Deutschland ausmachen, sind auf die Belieferung aus den Raffinerien der großen Fünf angewiesen. Doch liegen der Wettbewerbsbehörde eine Reihe von Beschwerden von freien Tankstellen vor. Danach sollen Aral, Shell und Co in mehreren Fällen von den kleinen Konkurrenten höhere Preise gefordert haben, als von ihren eigenen Endkunden an der Tankstelle.

(dapd)


 


 

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