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Neue Verhandlungen möglich

Streik bei Energiekonzern E.on vorerst vom Tisch

Der für Montag angekündigte unbefristete Streik bei Deutschlands größtem Energieversorger E.on ist erst einmal abgewendet.

Nachdem am Wochenende Bewegung in den zuletzt festgefahrenen Tarifstreit um mehr Lohn für die Beschäftigten gekommen war, erwägen E.on und die Gewerkschaften nun die Wiederaufnahme der abgebrochenen Verhandlungen. Der Arbeitskampf wird daher bis Sonntag, den 10. Februar, ausgesetzt, wie die Gewerkschaften Verdi und IG BCE am Samstag mitteilten.

Mitte Januar war die dritte Runde der Tarifverhandlungen für die 30.000 E.on-Beschäftigen gescheitert. In einem Spitzengespräch hatten beide Seiten dann am Freitag noch einmal die Chancen für eine Einigung ausgelotet und damit eine Basis für weitere Gespräche geschaffen. Die gemeinsame Tarifkommission von Verdi und IG BCE will nun den Angaben zufolge am kommenden Mittwoch beraten, ob auf dieser Grundlage wieder verhandelt werden soll.

Für die IG BCE wertete deren Tarifpolitiker Peter Hausmann das Ergebnis des Gesprächs, über dessen Inhalt Stillschweigen vereinbart wurde, als "ermutigendes Signal". Auch E.on-Personalvorstand Regine Stachelhaus zeigte sich zuversichtlich. "Erfreulicherweise ist es gelungen, die Gespräche mit den Gewerkschaften fortzusetzen", sagte sie. "Ich sehe uns auf einem guten Weg und halte eine kurzfristige Einigung nunmehr für möglich."

Urabstimmung: 90 Prozent waren für Streik

Zuvor hatten sich bei einer Urabstimmung in der vergangenen Woche jeweils mehr als 90 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder unter den E.on-Mitarbeitern für einen Streik ausgesprochen, der auch Kraftwerke betreffen sollte und damit die Energieversorgung bedrohte. Nach dem Ergebnis der Urabstimmung habe der E.on-Vorstand signalisiert, "dass er an einer Einigung interessiert sei, um einen Arbeitskampf zu vermeiden", erklärte Verdi.

Mit dem Streik wollten die E.on-Beschäftigten ihrer Forderung nach 6,5 Prozent mehr Geld Nachdruck verleihen. E.on hatte zuletzt ein Plus von 1,7 Prozent angeboten.

Der Energiekonzern steht wegen der Belastungen durch die Energiewende sowie dem Preisverfall an den Strombörsen unter massivem Kostendruck und will zahlreiche Kraftwerke schließen. E.on rechnet in diesem Jahr mit einer annähernden Halbierung des Konzernüberschusses auf 2,2 bis 2,6 Milliarden Euro, nachdem es 2012 noch rund 4,3 Milliarden Euro waren.

Konzernchef Johannes Teyssen will auch beim Personal sparen und setzt dafür auf das Effizienzprogramm E.on 2.0, das unter anderem den Abbau von 11.000 Stellen vorsieht. Angesichts dieser Ankündigung halten die Gewerkschaften ein deutliches Lohnplus für notwendig.

Auch beim E.on-Konkurrenten RWE, dem zweitgrößten Energieversorger hierzulande, war zuletzt ein Arbeitskampf näher gerückt. Nachdem die Tarifgespräche in der vergangenen Woche gescheitert waren, wollen die Gewerkschaften nun über das weitere Vorgehen beraten.

(dapd)


 


 

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