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Emssperrwerk

NLWKN bricht Versuchsreihe wegen Kolkbildung ab

Schlechte Nachrichten am Emssperrwerk die die Steuerung des Zuflusses zur Ems galt lange als Hoffnungsschimmer, um die Verschlickung des Gewässers zu stoppen. Nach der zuletzt bekannt gewordenen Sohlerosion am Sperrwerk in Gandersum (Landkreis Leer), bricht der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) die Versuchsreihe nun ab.

Die am vergangenen Freitag begonnene zweite Versuchsreihe zur Reduzierung der Schlickeinträge in die Ems mit Hilfe des Sperrwerks wird abgebrochen und vermutlich erst im kommenden Jahr neu aufgelegt, teilte der NLWKN am Mittwoch mit.

Umgefallener Poller war 27 Meter lang

Rückblick: Am Montagabend hatten Mitarbeiter des NLWKN festgestellt, dass ein Stahl-Poller aus Metall (sog. Schiffsdalben) ganz in der Nähe der Hauptschifffahrtsöffnung des Sperrwerks umgefallen war (business-on.de berichtete). Bei der anschließenden Kontrolle war eine Sohl-Erosion aufgefallen. Ursache für die Auskolkung scheint laut NLWKN die hohe Strömungsgeschwindigkeit zu sein, die bei den Sperrversuchen im Bereich der Hauptschifffahrtsöffnung des Sperrwerks aufgetreten ist. Und das insbesondere bei den Schiffs-Pollern.

Der oberhalb des Sperrwerks entdeckte sog. Kolk, eine durch die Strömungsverhältnisse entstandenes Loch am Grund der Ems, soll jetzt so schnell wie möglich wieder verfüllt werden. Noch am Mittwoch wurde versucht, den umgefallenen 27 Meter langen Stahl-Poller aus dem Loch zu bergen, so Herma Heyken, Sprecherin des NLWKN. Dessen Länge verdeutlicht gleichzeitig die Brisanz des Vorfalls.

Peilungen des NLWKN haben zudem ergeben, dass der Kolk an der tiefsten Stelle etwa 14 Meter tief ist: „Wir müssen ihn verfüllen und die Erosion stoppen", betonte Heyken. „Das nahe gelegene Sperrwerk steht auf sicherem Grund, nur wenn wir jetzt nicht handeln, könnte es gefährlich werden".

Emssperrwerk: Kommt die Sohlschwelle?

Wann die Versuche im kommenden Jahr fortgesetzt werden, steht noch nicht fest. In den ersten Versuchen vom September letzten Jahres waren derartige Probleme laut NLWKN nicht festgestellt worden. Die am vergangenen Freitag begonnene zweite Versuchsreihe zur Reduzierung der Schlickeinträge in die Ems mit Hilfe des Sperrwerks sollte eigentlich noch bis zum 5. September dauern. Das ist jetzt passé. Bereits im Vorfeld hatte es eine heftige Debatte über den Einbau einer Sohlschwelle am Emssperrwerk gegeben, die die Bundesschiffahrtsverwaltung als Auflage gefordert hatte. Diese soll eine Tiefenerosion vermeiden bzw. vermindern. Das Emssperrwerk ist insbesondere für die Überführungen von Kreuzfahrtriesen der für die Region wirtschaftlich so bedeutsamen Meyer Werft aus Papenburg wichtig und ist in der Lage die Ems hierfür entsprechend aufzustauen. Durch veränderte Strömungsverhältnisse kam es jedoch in der Ems immer mehr zu einer Verschlickung durch Sedimenteinträge aus der Nordsee.

(Redaktion)


 


 

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