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Nokia Siemens Networks

Sparte NSN Services mit 1.000 Stellen wird bis Ende 2013 aufgegeben

Der Großumbau beim Netzwerkausrüster Nokia Siemens Networks (NSN) geht weiter: Der finnisch-deutsche Konzern streicht rund 1.000 Jobs bei seinem Tochterunternehmen Services und stößt den Geschäftsbereich Business Support Systems ab.

Bis spätestens Ende 2013 soll NSN Services mit seinem Hauptsitz in Nürnberg geschlossen werden, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Zwar seien große Anstrengungen unternommen worden, um dauerhaft profitabel zu werden, sagte NSN-Deutschland-Geschäftsführer Hermann Rodler. "Trotzdem ist das Geschäft nach wie vor defizitär, und ein Erreichen der Gewinnschwelle ist nicht absehbar." Aus Konzernsicht seien "diese anhaltenden Verluste in einem Geschäftsbereich, der nicht zum Kerngeschäft gehört, nicht mehr tragbar". NSN will sich künftig auf Breitband-Mobilfunknetze konzentrieren.

Über das Aus ihres Arbeitgebers wurden die Mitarbeiter am Mittwoch auf einer Betriebsversammlung in Kassel informiert. Bereits am Vortag hatte die "Süddeutsche Zeitung" vom drohenden Aus berichtet. Hauptgrund für die Schließung sind demnach gescheiterte Verhandlungen über einen Auftrag der Deutschen Telekom zur Wartung der überirdischen Telefonleitungen.

NSN hatte Services vor fünf Jahren von der Telekom übernommen, deren Hauptauftraggeber sie weiterhin ist. Das Blatt hatte aus einer Mail von Geschäftsführer Raimund Winkler vom Oktober zitiert, wonach es trotz aller "Maßnahmen zur Kostenreduzierung" die Kostenbasis nicht erlaube, "auf die Preisvorstellungen des Kunden einzugehen".

Zudem soll die Service-Sparte Business Support Systems mit rund 1.200 Beschäftigten in Deutschland, Indien und Polen an das Softwareunternehmen Redknee verkauft werden, wie NSN ebenfalls am Mittwoch mitteilte. Die Kanadier zahlen demnach 15 Millionen Euro in bar für das Geschäft, plus bis zu 25 Millionen Euro je nach Geschäftserfolg.

Fokus aufs Mobilfunk-Geschäft

NSN, das je zur Hälfte dem Technikkonzern Siemens und dem Handyhersteller Nokia gehört, war jahrelang ein Sorgenkind - schien zuletzt aber auf dem Weg der Besserung. So verzeichnete das Unternehmen zuletzt ein Rekordquartal und arbeitete das zweite Vierteljahr in Folge profitabel.

Allerdings hat NSN auf dem Weg dorthin bereits eine Reihe harter Sparrunden mit Stellenstreichungen hinter sich. Seit der Gründung aus den Netzwerk-Sparten von Siemens und Nokia kämpfte das Joint Venture immer wieder gegen Verluste und zuletzt auch gegen die erstarkende Konkurrenz aus China - und baute Tausende Jobs ab.

So setzt NSN derzeit noch die im Frühjahr angekündigte Streichung von insgesamt 2.900 Stellen in Deutschland um. Ende November erklärte das Unternehmen, auch den Standort in Bruchsal bei Karlsruhe zu schließen - obwohl dieser eigentlich eine Bestandsgarantie bis Ende 2014 hatte.

Abseits der Sparbemühungen passen die Abwicklung und der Verkauf von Unternehmensteilen in die Gesamtstrategie des Konzerns: NSN will sich künftig nur noch auf Breitband-Mobilfunk konzentrieren und alle Randbereiche abstoßen. Aus demselben Grund hatte das Unternehmen erst am Montag den Verkauf des Glasfasergeschäfts an einen US-Investor verkündet.

Davon betroffen sind bis zu 1.900 Beschäftigte hauptsächlich in Deutschland, Portugal und China. Sie sollen in die neue Gesellschaft wechseln. Ein Arbeitsplatzabbau sei nicht geplant, sagte der designierte Vorstandsvorsitzende Herbert Merz.

(dapd)


 


 

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