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Tarifstreit

Lokführer-Gewerkschaft bricht Gespräche mit Nord-Ostsee-Bahn ab

Im Tarifstreit bei den Privatbahnen ist trotz Einsetzung eines Schlichters kein Ende in Sicht. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) einigte sich am Dienstag zwar mit der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH (ODEG), der cantus Verkehrsgesellschaft und der metronom Eisenbahngesellschaft auf den ehemaligen sächsischen Ministerpräsidenten Georg Milbradt (CDU) als Schlichter.

Von Michael Best

Doch Veolia Verkehr Sachsen-Anhalt (VVSA), Nord-Ostsee-Bahn (NOB) und deren Gesellschafter Veolia Verkehr Deutschland lehnten ein Schlichtungsverfahren unter Milbradt ab, wie der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky in Frankfurt am Main mitteilte. Auch bei der AKN Eisenbahn AG, der Vogtlandbahn und der Hohenzollerischen Landesbahn sei kein Ende des Tarifkonflikts absehbar.

Weselsky bezeichnete Milbradt als erfahrenen Schlichter, der auch in der schwierigen Materie einen tragbaren Kompromiss erzielen könne. Alle Beteiligten wüssten um die Härte der bisherigen Auseinandersetzung.

Schlichtung dauert acht Wochen

Das achtwöchige Verfahren für die drei Unternehmen mit rund 350 Lokführern beginnt den Angaben zufolge am 30. August. Innerhalb der Frist wurde striktes Stillschweigen vereinbart, Streiks sind ausgeschlossen.

Weselsky sagte, VVSA und NOB hätten zwar grundsätzlich ihre Bereitschaft zu einer Schlichtung erklärt, aber vehement auf einer kompletten Abtrennung des Verfahrens bestanden. Die GDL habe selbst diesen Punkt zugestanden und damit ihre Kompromissbereitschaft gezeigt. Danach habe Veolia jedoch weitere Forderungen erhoben. "Es herrscht somit Stillstand, und die Gefahr einer erneuten Eskalation steigt", fügte Weselsky hinzu.

Die NOB wurde laut Geschäftsführerin Martina Sandow am Dienstag von der Absage der GDL für die geplante zweite Gesprächsrunde zur Konfliktlösung völlig überrascht. Damit breche die Gewerkschaft den Lösungsprozess einseitig ab, sagte Sandow in Kiel. Am Mittwoch vergangener Woche hatten beide Seiten begonnen, über Wege zu einer Schlichtung zu verhandeln.

Sandow sagte: "Wir haben uns im ersten Gespräch in vielen Dingen geeinigt und bekamen vom GDL-Bundesvorsitzenden Claus Weselsky signalisiert, dass die Gewerkschaft auch bereit ist, ihre bisherige Position zu verlassen, als Vorbedingung für das Schlichtungsverfahren die Akzeptanz des von ihr geforderten Bundesrahmentarifvertrags für Lokführer zu diktieren." Gleichzeitig habe die NOB in zahlreichen Punkten der GDL Zugeständnisse gemacht.

(dapd )


 


 

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