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Krisenjahr 2010

IG Metall und Nordmetall übernehmen NRW-Tarifabschluss

Der Arbeitgeberverband Nordmetall und die Gewerkschaft IG Metall haben sich bei ihren Verhandlungen am Freitag in Bremen auf einenen Tarifabschlussfür die 140.000 Beschäftigten der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie geeinigt.

Mit einigen regionalen Anpassungen wollen die Tarifvertragsparteien den Abschluss aus Nordrhein-Westfalen übernehmen. 

Kramer: Produktion stark rückläufig

Nordmetall-Präsident Ingo Kramer, nannte das Ergebnis „einen guten Tarifvertrag für schlechte Zeiten“. 2010 werde das schwierigste Krisenjahr, sagte Kramer. Deshalb sei es wichtig gewesen, in diesem Jahr keine dauerhaft wirksame Lohnerhöhung zu bekommen: „Man muss bedenken, dass wir bei der Produktion mit 34 Prozent im Minus sind, bei den Aufträgen mit 35 Prozent. Die Beschäftigung hält sich zurzeit noch auf einem bemerkenswert geringen Minus von 5 Prozent. Damit dieser Kraftakt weiter gelingt, ist es gut, dass das Tarifpaket die Sicherung von Arbeitsplätzen ins Zentrum stellt“, so Kramer weiter. Die Unternehmen hätten jetzt insgesamt eine fast 30-monatige Planungssicherheit. Nach seinen Worten verdeutliche dies aber auch, dass man im Rahmen eines  Flächentarifvertrags auch Krisen managen könne.

„Der Tarifvertrag bietet ausreichend Möglichkeiten, um mit allen Beschäftigten durch die Krise zu kommen“ (Jutta Blankau, IG Metall Küste)

„Der Tarifvertrag bietet ausreichend Möglichkeiten, um mit allen Beschäftigten durch die Krise zu kommen“, sagte am Freitag auch Jutta Blankau, Bezirksleiterin der IG Metall Küste, nach den Verhandlungen. „Die Arbeitgeber müssen diese jetzt auch nutzen. Für Kündigungen gibt es mit dem Jobpaket keinen Grund mehr“, so die Gewerkschafterin.

Der aktuelle Tarifvabschluss zwischen den Arbeitegebern der norddeutschen Elektro- und Metallindustrie sowie der IG Metall sieht vor:

  • bei der gesetzlichen Kurzarbeit die Verringerung der Remanenzkosten (Kosten aus nicht sofort kündbaren Verträgen)
  • eine „tarifliche Kurzarbeit“, bei der die Arbeitszeit in Unternehmen mit zu geringer Auslastung auf bis zu 26 Stunden abgesenkt werden kann und die Beschäftigten einen Teillohnausgleich erhalten.

Außerdem sieht der Tarifabschluss nach Nordmetall-Angaben vor, die im April auslaufenden Entgelt-Tarifverträge bis zum 31. März 2011 ohne Erhöhung zu verlängern. Stattdessen werden die Beschäftigten eine Einmalzahlung in Höhe von 320 Euro erhalten. Dieser Betrag wird in zwei Teilzahlungen von je 160 Euro, fällig im Mai und im Dezember 2010, geleistet. Auszubildende erhalten zu den gleichen Zeitpunkten jeweils eine Zahlung von 60 Euro. Erst am 1. April 2011 werden die Entgelte um 2,7 Prozent erhöht.

Der Tarifabschluss hat insgesamt eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2012, wobei das Entgelt darin bis zum 31. März 2012 festgelegt ist.

(Redaktion)


 


 

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