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"Bard Offshore 1"

Deutschlands erster kommerzieller Nordsee-Windpark in Betrieb

Deutschlands erster kommerzieller Nordsee-Windpark ist am Donnerstag in Betrieb genommen worden. "Bard Offshore 1" liegt rund 100 Kilometer nordwestlich der ostfriesischen Insel Borkum und soll später einmal 80 Windräder umfassen. Bislang installiert wurden 17 Anlagen. 152 Meter hoch ragen die jeweils rund 1.200 Tonnen schweren Windräder in den Himmel. Anfang Dezember wurde bereits erstmals Strom ins Netz eingespeist.

Von Normann Berg

Ursprünglich sollte der Windpark bereits Mitte dieses Jahres fertiggestellt werden. Wegen schlechter Wetterbedingungen auf See war es jedoch zu Verzögerungen gekommen. Dadurch hinkt der Zeitplan nach Betreiberangaben um mehr als ein Jahr hinterher. Ende 2012 wird nun als neuer Starttermin angepeilt. Im Frühjahr 2013 soll der Park schlüsselfertig an den neuen Betreiber, den Stadtwerkeverbund Südweststrom aus Tübingen, übergeben werden.

Die Gesamtleistung soll nach Bard-Angaben einmal bei 400 Megawatt liegen. Damit können 400.000 Mehrpersonenhaushalte mit Strom versorgt werden. Die Kosten für den Park liegen bei rund 1,5 Milliarden Euro.

"Jahrhundertchance für die Nordseeküste"

EU-Energiekommissar Günther Oettinger und Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) nahmen den Windpark offiziell in Betrieb. Beide waren von Mariensiel (Landkreis Friesland) per Hubschrauber zu der Versorgungsplattform im Projektgelände geflogen. Die Wassertiefe dort liegt bei 40 Meter.

Ziel der EU sei es, in neun Jahren 35 Prozent des Strombedarfs in Europa aus erneuerbaren Energien zu gewinnen, sagte Oettinger. McAllister nannte die Offshore-Technik eine Jahrhundertchance für die Nordseeküste, mit der zugleich ein Beitrag für die Zukunft Niedersachsens geleistet werde.

Einig waren sich beide Politiker darin, bessere finanzielle Rahmenbedingungen für die Windkraftindustrie zu schaffen. "Wir brauchen Bürgschaftsprogramme für alle, die schnell investieren wollen", sagte McAllister.

Zudem müssten die Netze schnell ausgebaut werden, um den Offshore-Strom in die europäischen Metropolen zu transportieren. Unterschiedlicher Meinung waren Oettinger und McAllister jedoch in der Frage, wie dies geschehen soll. Oettinger bevorzugt Hochspannungsleitungen. "Wenn wir den Ausstieg aus der Atomkraft wollen, müssen wir Einschränkungen im Landschaftsbild akzeptieren." Anders McAllister: "Ohne Erdverkabelung wird es in Niedersachsen nicht gehen." Oettinger hält die unterirdische Verlegung dagegen für zu teuer.

(dapd )


 


 

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