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Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen

Nordwestbahn steht für Nahverkehrs-Premiere in den Startlöchern

Seit 10 Jahren betreibt die Nordwestbahn GmbH erfolgreich Nahverkehrsverbindungen im Nordwesten und im Rhein-Ruhr-Gebiet. Pünktlich zum 10. Betriebsjubiläum nimmt die private Bahn-Konkurrenz in Kürze das neue Netz der Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen in Betrieb, welches das Umland an die Hansestadt anbindet. Die zugehörige Ausschreibung hatte das Unternehmen im Juni 2007 gewonnen.

Rund um die Freie Hansestadt Bremen hat damit erstmals ein privater Konkurrent der Deutschen Bahn den Zuschlag für den Betrieb eines S-Bahn-Netzes bekommen. Ob alles funktionieren würde, stand bis zuletzt zwar nicht in den Sternen, dafür aber auf Papier. Und dieses lag wiederum beim Eisenbahnbundesamt, wo für jeden der 35 neu ausgelieferten Elektrotriebwagen des Herstellers Alstom eine einzelne Betriebserlaubnis erteilt werden muss.

Eine RS-Linie wird erst ab 2011 bedient

Nachdem sich die Nordwestbahn bereits wappnete und sich um vorläufigen Ersatz bemühte, falls die Prüfer der Bundesbehörde nicht rechtzeitig mit der Abnahme aller Triebfahrzeuge fertig sein sollten, ist inzwischen davon die Rede, dass die Betrieberlaubnis erteilt worden sei. Die Bahn wird daher aller Voraussicht nach am 12. Dezember kommen: auf den neuen Linien RS 2, RS 3 und RS 4 wird dann die Nordwestbahn mit S-Bahn-Zügen rund um Bremen die Pendler befördern. Auf der Linie RS 1 erst im Jahr 2011. Die Tage der bisher auf den Strecken verkehrenden Regionalbahn (RB) sind dann gezählt.

Folgende Linien bedient die Regio-S-Bahn künftig:

  • RS 1 Bremen-Farge – Bremen Hbf – Verden (ab Dezember 2011)
  • RS 2 Bremerhaven-Lehe – Bremen Hbf – Twistringen
  • RS 3 Bremen Hbf – Oldenburg – Bad Zwischenahn
  • RS 4 Bremen Hbf – Nordenham

Auf einer Fahrt von Bremen nach Bad Zwischenahn überzeugten sich am Montag auch Verkehrs-Staatsrat Wolfgang Golasowski aus Bremen und Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) von den Qualitäten der neuen Züge vom Typ "Coradia Continental". Die insgesamt 35 von der Nordwestbahn bestellten Wagen haben einen Wert von 140 Mio. Euro und wurden im niedersächsischen Salgitter gebaut. Nach Nordwestbahn-Angaben sind sie bereits im süddeutschen Raum im Einsatz. 

Modernste Fahrzeuge im Einsatz

„Für die Regio-S-Bahn-Fahrgäste ist es wichtig, schnell und bequem zur Arbeit, zur Universität oder in die Schule zu kommen", soNordwestbahn-Geschäftsführer Martin Meyer-Lu. Bis zu 10 Prozent der Fahrzeit könne auf einzelnen Linien je nach Streckenzustand eingespart werden, verspricht man bei der Nordwestbahn. Niederflureinstiege mit Spaltüberbrückung an allen Türen ermöglichen außerdem einen ungehinderten Einstieg in den Zug - zumindest dort, wo entlang der Strecken die Bahnsteige entsprechend umgebaut worden sind. Anders als die Züge wird das über 1.350 Kilometer lange Streckennetz  - inklusive der Bahnhöfe - allerdings von der Deutschen Bahn betrieben. Deren Tochterunternehmen DB Station & Service ist dabei für Baumaßnahmen insbesondere auf öffentliche Zuweisungen angwiesen. Andernfalls wäre das gewaltige Netz auch für den Bahn-Riesen im Wettbewerb eine zu große finanzielle Belastung.

Die Regio-S-Bahn erfüllt darüber hinaus die neusten europäischen Norm-Anforderungen in Sachen Behindertenfreundlichkeit. Die Wagen sind nicht nur klimatisiert, sondern werden auch videoüberwacht und bieten nach Angaben des Herstellers Alstom pro Einheit bis zu 300 Sitzplätze, die zum Teil mit Tischen und Steckdosen ausgestattet sind, sowie Platz für etwa 385 Stehplätze. Für Familien wurde außerdem ein speziell gekennzeichneter Bereich eingerichtet. Je nach Nachfrage und Tageszeit werden auf den Regio-S-Bahn-Linien mehrere Triebwagen zu einer Zugeinheit zusammen-gekoppelt, die zwischen 180 und 600 Sitzplätze bietet.

Nordwestbahn: 150 Mitarbeiter eingestellt

Insgesamt 150 Menschen hat die Nordwestbahn nach eigenen Angaben bislang in den Bereichen Betrieb, Service und Werkstatt eingestellt. Insgesamt will das Unternehmen zum Jahresende rund 650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen. In Zusammenarbeit mit den ARGEN und Agenturen für Arbeiten hat das Unternehmen als zertifizierter Ausbildungsbetrieb u.a. auch  Menschen ohne Job zum Triebfahrzeugführer umgeschult. Die Arbeitsplätze für die neue S-Bahn haben eine langfristige Perspektive bis zum Jahr 2021. Dann stellt sich nämlich die Frage, wer bis dahin nächste Ausschreibung für das S-Bahn-Netz Bremen/Niedersachsen gewonnen hat.

(Redaktion)


 


 

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