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Oldenburger Uni-Seuche

Noro-Virus - was tun?

Am Freitag bestätigte das Gesundheitsamt nach Laboranalysen des Stuhls von Hochschulmitarbeitern das Auftreten eines Noro-Virus auf dem Campus der Oldenburger Universität. Über 150 Mitarbeiter sind bereits erkrankt. Vielerorts herrscht nun Verunsicherung - dabei kann die Einhaltung von ein paar grundlegenden Hygieneregeln vor der Ansteckung mit dem fiesen Erreger schützen. Auch Arbeitgeber in der Weser-Ems-Region sind gefordert.

Zwar gab man sich im Oldenburger Gesundheitsamt noch am Donnerstag gelassen, da die Universität samt Mensa aufgrund der aktuell andauernden Semesterferien am Wochenende geschlossen ist, dafür verlagert sich das Problem derzeit auf Unternehmen und Einrichtungen außerhalb des Campus. Auch dort sind bereits einige Mitarbeiter erkrankt. Nicht wenige Studenten arbeiten schließlich in der Gastronomie, Nachhilfe, Pflege und in publikumsstarken Bereichen oder verkehren dort als Gäste. Viele Studenten fahren zudem am Wochenende in die Heimat und könnten derzeit ein unschönes Mitbringsel mit im Gepäck haben. Die genaue Zahl der erkrankten Studenten ist derzeit unklar, da die Universität darüber keine Statistik führt. Klar ist jedoch, dass auch viele Studierende erkrankt sind.


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Noro-Virus: Einfache Grundregeln beachten

Doch schon wenige Grundregeln können dabei helfen, damit sich das aufgetretene Noro-Virus, welches sehr unangenehme Begleiterscheinungen wie Durchfall und Erbrechen hat, nicht weiter in der Region ausbreitet. Insbesondere Arbeitgeber sind derzeit in der Pflicht.

  • Erkennen: Das Erkennen einer möglichen Infektion ist das A und O. Mitarbeiter mit dem sog. "Grippe-Blick" (enkräfteter, trauriger Blick) sollten Arbeitgeber sofort nach Hause schicken und Hygienemaßnahmen an berührten Türgriffen, Tastaturen etc treffen. Vielfach lässt sich eine Erkrankung vom Arbeitgeber bereits im Vorfeld telefonisch abklären, sodass Ersatz rechtzeitig geplant werden kann. Damit wird vermieden, dass sich andere Mitarbeiter und Kunden anstecken. Insbesondere aufgrund der derzeit andauernden Urlaubszeit sind viele Betriebe in der Weser-Ems-Region ohnehin geringer als üblich besetzt. Krankheitsbedingte Ausfälle können daher für mehrere Tage den gesamten Betrieb zum Erliegen bringen. Vorausschauendes Handeln ist daher auch im Interesse des Betriebs. 
  • Vorbeugen: Grundsätzlich gilt folgende Faustregel: Hände gründlich waschen und vom Gesicht fernhalten. Auch unsaubere Gläser (z.B. auf Volksfesten) oder Computertastaturen können ein Übertragungsrisiko darstellen. Insbesondere Mitarbeiter, die in publikumsstarken Bereichen wie in der Gastronomie, im Pflegebereich oder an Kassen arbeiten, sollten vor und nach der Schicht sowie zu Beginn und zum Ende jeder Pause ihre Hände gründlich waschen und desinfizieren. Gleiches gilt für Schichtleiter, beispielsweise nachdem sie im Einzelhandel Kassenschluss gemacht haben. Auch infizierte Kunden können schließlich ungewollt den Noro-Virus übertragen - für Mitarbeiter gibt es da zumeist kein Entrinnen. Umso wichtiger, wenn sie dann die vorgenannten Hygienemaßnahmen einhalten. Alkoholbasierte Desinfektionsmittel (z.B. Sterilium) werden von Experten empfohlen, sind relativ ungefährlich zu handhaben und in der Regel günstig über die nächstgelegene Apotheke zu beziehen. Wer das Risiko einer Infektion anderer Mitarbeiter oder Kunden ganz ausschließen muss, sollte auf eine kulante Regelung für die betroffenen Mitarbeiter setzen, da beispielsweise Studierende und Geringverdiener vielfach auf die Einnahmen aus ihren Jobs angewiesen sind. Sie schleppen sich dann womöglich unnötig auf die Arbeit. Hier kann es hilfreich sein, wenn man die Arbeitszeiten um einige Tage verschiebt oder -wenn möglich - Arbeit am Computer in Heimarbeit erledigen lässt.
  • Nachsorgen: Erkrankte sollten während der akuten Krankheitsphase zu Hause bleiben und sich vor Spaziergängen und Außenterminen die Hände gründlich waschen, damit sich die Krankheitserreger nicht auf der Hand festsetzen und so weiter übertragen werden können. Der nächste Händedruck könnte ansonsten für andere Menschen recht unerfreulich werden. Auch im Privaten sollte in der akuten Krankheitsphase zu inniger Körperkontakt vermieden werden. Der symptomatische Durchfall trägt während der akuten Krankheitsphase sein Übriges zur Verteilung des Erregers bei. Besondere Hygiene ist deshalb auf der Toilette geboten: das Noro-Virus kann auch noch bis zu 2 Wochen nach Abklingen der Symptome mit dem Stuhlgang weiter übertragen werden. Alkoholbasierte Desinfektionsmittel wie das vorgenannte Sterilium sind auch hier geeignete Helfer.

Spezialreinigung an der Oldenburger Uni

An der Oldenburger Universität will man derweil desinfizierende Seife auf den Toiletten auslegen und eine Spezialreinigung durchführen lassen. So will man dort das Risiko einer Ansteckung weiterer Mitarbeiter und Studierender über Türgriffe und Treppengeländer minimieren.

Auf besondere Hygienemaßnahmen entlang viel berührter Oberflächen und insbesondere auf Toiletten sollten auch andere Betriebe und Einrichtungen Wert legen. Ansonsten tut man allenfalls dem grassierenden Noro-Virus einen Gefallen.

Ein ausführliches Informationsangebot zum Thema Viren und Hygiene hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut (RKI) im Internet bereitgestellt unter: www.wir-gegen-viren.de

Liebe Leserinnen und Leser, an dieser Stelle wurde fälschlich berichtet, dass das Noro-Virus mittels Tröpfcheninfektion übertragen wird. Richtig ist, dass die Übertragung und Verbreitung des Virus über Stuhl und Erbrochens sowie durch mangelnde Handhygiene erfolgt. Entsprechende Passagen sind aus der ursprünglichen Version dieses Artikels entfernt worden. (Red.)

Aktualisiert: 17.8.2010

(Onur Yamac)


 


 

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1 Kommentar

von niemand
03.11.10 16:19 Uhr
sterlium?

sterilium ist nicht wirklich effektiv virugard ist deutlich besser
desweiteren kann eine infektion durch erbrochenes stattfinden

 

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