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Auch Telefonat mit Obama

Merkel und Sarkozy beraten über Griechenland-Rettung

Die Euro-Schuldenkrise beschäftigt nun die ganz große Politik. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beriet sich am Telefon mit US-Präsident Barack Obama über die Euro-Krise. Am Tag vor dem Euroland-Sondergipfel zu Griechenland wollten zudem Deutschland und Frankreich ihre gemeinsame Marschroute festlegen. Dafür wollte der französische Präsident Nicolas Sarkozy am Mittwoch nach Berlin reisen, wie deutsche Regierungskreise bestätigten. Der Präsident wurde am frühen Abend (17:00 Uhr) in Berlin erwartet.

Von Harald Schultz

Merkel und Obama seien sich einig gewesen, dass ein effektiver Umgang mit den Problemen entscheidend für die wirtschaftliche Erholung nicht nur auf europäischer, sondern auch auf globaler Ebene sei, hieß es in einer Mitteilung des Weißen Hauses.
Wirtschaftsweise gegen "Prinzip Hoffnung"

Die fünf Wirtschaftsweisen verlangten von der Bundesregierung einen "Plan B" zur Lösung der Euro-Schuldenkrise. Das "Prinzip Hoffnung", nach dem die Krisenländer Griechenland, Irland und Portugal in absehbarer Zeit die von der Gemeinschaft erhaltenen Finanzhilfen zurückzahlen, sei zu wenig, heißt es in einem Gastbeitrag in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwochausgabe).

Wenn dieser Plane scheitere, könne es zu einer uneingeschränkten gemeinsamen Haftung im Euroraum für Staatsschulden oder zu einem Auseinanderbrechen der Währungsunion kommen, warnten die Ökonomen Wolfgang Franz, Peter Bofinger, Lars Feld, Christoph Schmidt und Beatrice Weder di Mauro in dem gemeinsamen Artikel. Bofinger sagte außerdem der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung": "Die Märkte schlafen lange, wachen hektisch auf und verfallen dann in Panik."

Mehr Kredite über den Rettungsschirm?

Der Euro-Gipfel soll nach Darstellung der "Financial Times Deutschland" auch über einen vorbeugenden Einsatz des Euro-Rettungsschirms EFSF beraten. Eine Option sei die Einrichtung einer flexiblen Kreditlinie, wie sie auch der Internationale Währungsfonds ( IWF ) seinen Mitgliedern anbiete. Eine andere sei, dass der EFSF Anleihen garantiere, damit ein Land nicht deutlich höhere Zinsen zahlen müsse. "Der vorbeugende Einsatz des EFSF sollte definitiv Teil einer Gesamtlösung sein", habe es in der EU-Kommission geheißen. Solche Zusagen könnten für Italien und Spanien eingesetzt werden.

Der Bundesverband Öffentlicher Banken (VÖB) lehnte eine von Frankreich ins Gespräch gebrachte Sondersteuer zur Beteiligung des Finanzsektors an den Hilfen für Griechenland ab. VÖB-Präsident Christian Brand sagte in Berlin, eine solche Steuer würde "die Banken in einer Phase treffen, in der sie sich einer Vielzahl an Regulierungsmaßnahmen und daraus resultierenden Belastungen gegenübersehen und die Auswirkungen der Finanzkrise abarbeiten müssen".

Zinsen fallen

Die Zinsen für zehnjährige Staatsanleihen gingen zurück. Italienische Zinsen fielen um 0,075 Punkte auf 5,569 Prozent, spanische um 0,080 Punkte auf 6,013 Prozent. Portugiesische Zinsen sanken um 0,263 Punkte auf 12,374 Prozent. Griechische Zinsen ließen um 0,159 Punkte auf 17,864 Prozent nach. Irische sanken kräftig um 0,327 Punkte auf 13,344 Prozent.

Knapp die Hälfte der Deutschen glaubt unterdessen, dass sich die wirtschaftliche Lage verschlechtern wird. Laut einer Forsa-Umfrage für das Magazin "Stern" und den Fernsehsender RTL sind 47 Prozent der Befragten dieser Meinung. Das sind sieben Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche. Forsa-Geschäftsführer Manfred Güllner sagte dem "Stern", die Menschen sorgten sich vor allem um die Stabilität des Euro. "Viele, besonders die Älteren, fürchten um ihre mühsam erarbeiteten Ersparnisse. Die D-Mark galt ihnen noch als ein Garant der Stabilität."

(dapd )


 


 

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