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Oldenburg

Jobinitiative für Zuwanderer

Stadt Oldenburg, Landkreis Ammerland und private Förderer gründen Verein „pro:connect“

Die Stadt Oldenburg und der Landkreis Ammerland gründen gemeinsam mit privaten Förderern den Verein „pro:connect – Integration durch Bildung und Arbeit e.V.“. Der Verein soll eine gemeinsame Anlaufstelle für Arbeitgeber sowie arbeitsuchende Zuwanderer bieten, die Fragen rund um die Arbeitserlaubnis, Arbeitsplätze oder Praktika beantwortet.

Viele Arbeitgeber haben diese Erfahrung schon gemacht: Angesichts der steigenden Zuwanderung von Flüchtlingen möchte man einen Beitrag leisten und einen Arbeitsplatz oder eine Praktikumsstelle anbieten, aber die komplexe Rechtslage macht schnelle, unkomplizierte Lösungen unmöglich. Bekommen die Flüchtlinge eine Arbeitserlaubnis? Wird der ausländische Berufsabschluss anerkannt? Kann eine Fortbildungsmaßnahme oder ein Sprachkurs gefördert werden? Nicht selten sind bis zu fünf Stellen zu beteiligen. Oft genug verlaufen die Bemühungen dann im Sande, weil nur wenige Arbeitgeber diesen Aufwand leisten können. Aus der Perspektive des Arbeitsuchenden sieht es oftmals ähnlich aus.

„Wir brauchen schnelle Lösungen aus einer Hand“, sagt Werner zu Jeddeloh, ehemaliger BÜFA-Geschäftsführer im Ruhestand und einer der Initiatoren des Projektes. Die Idee: Es muss eine zentral gelegene Anlaufstelle geben, in der Behörden und private Unterstützer aus Wirtschaft und Gesellschaft ihre Kompetenzen bündeln, und die als Dienstleister die verschiedenen Fragestellungen beantwortet und Probleme für die Beteiligten löst.

Rotary- und Lions-Clubs sowie namhafte Firmen aus dem Oldenburger Land unterstützen die Initiative bereits. Auch beim Oldenburger Oberbürgermeister Jürgen Krogmann und dem Ammerländer Landrat Jörg Bensberg lief zu Jeddeloh mit seiner Idee offene Türen ein. „Kommunen und Arbeitsverwaltung stoßen angesichts der aktuellen Flüchtlingszahlen mit den hergebrachten Instrumenten an ihre Grenzen und suchen nach neuen, innovativen Lösungen“, so Krogmann, der die übergreifende Zusammenarbeit zwischen öffentlichem und privatem Sektor über die kommunalen Grenzen hinweg besonders würdigt.

Das unterstreicht auch Landrat Jörg Bensberg, der zudem auf den Wandel des Arbeitsmarktes hinweist: „Die Befürchtung, dass Zuwanderer Einheimische vom Arbeitsmarkt verdrängen oder in ihrer großen Mehrheit dauerhaft in die Sozialsysteme immigrieren, ist schlicht Unsinn“, so der Landrat. Im Ammerland liege die Quote der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Ausländer im Alter zwischen 15 und 65 Jahren mit einem Anteil von über 62 Prozent deutlich höher als bei der deutschen Bevölkerung mit 57 Prozent - und dies bei einer Arbeitslosenquote von insgesamt 3,9 Prozent und einem stark wachsenden Fachkräftemangel „Wir brauchen Zuwanderung in dieser Region, um zukunftsfähig zu bleiben, und wir müssen die Potenziale, die darin liegen, gezielt fördern und nutzen“, betont Bensberg.

Die Vereinsgründung soll im Herbst nach der Beratung in den kommunalen Gremien erfolgen. Es ist vorgesehen, in zentraler Lage in Oldenburg eine Geschäftsstelle einzurichten, in der Fachpersonal auch aus den Jobcentern und den Ausländerbehörden der Stadt und des Landkreises als Team fachübergreifend zusammenarbeitet. Das Projekt ist zunächst auf drei Jahre angelegt. Für die Einrichtung und den Unterhalt der Räumlichkeiten und für Projektförderungen stehen schon jetzt Sponsorengelder in erheblicher Größenordnung zur Verfügung.

(Redaktion)


 


 

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