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Oldenburg

Kultur und Integration in der Metropolregion Nordwest

Ergebnisse einer Bestandsaufnahme

Die Oldenburgische Landschaft hat mit Unterstützung durch die Koordinierungsstelle für Migration und Teilhabe der Stabsstelle Integration der Stadt Oldenburg eine Erhebung bei Kulturinstitutionen und -vereinen in der Metropolregion Nordwest durchgeführt. Bei der Bestandsaufnahme, die von der Metropolregion Nordwest gefördert wurde, stand die Frage im Vordergrund, inwieweit die Institutionen und Vereine mit Migrantenselbstorganisationen und Migranten, die schon länger hier leben, zusammenarbeiten beziehungsweise sich in anderer Form den Themen Migration und kulturelle Vielfalt widmen. Die Befragung, die sich an Museen, Kulturzentren, Theater, Heimatvereine und weitere richtete, erfolgte von September 2015 bis Februar 2016. „Immer wieder müssen wir feststellen, dass Migranten, die zum Teil schon viele Jahre bei uns sind, am kulturellen Leben unterdurchschnittlich beteiligt sind. Dies war der Grund für die Durchführung der Bestandsaufnahme. Wir wollten wissen, was es an Projekten in diesem Bereich schon gibt“, so Thomas Kossendey, der Präsident der Oldenburgischen Landschaft.

Die Metropolregion Nordwest hat das Themenfeld ‚Umgang mit dem demografischen Wandel‘ für vier Jahre als originäres Handlungsfeld identifiziert. „Es liegt daher nahe, insbesondere im Hinblick auf die erhöhte Zuwanderung eine belastbare Grundlage für eine Handlungsempfehlung zur kulturellen Teilhabe der Migranten im Gebiet der Metropolregion Nordwest zu schaffen.“, so Dr. Anna Meincke, Geschäftsführerin der Metropolregion Nordwest.

Das Projekt

Ziel der Bestandsaufnahme, die die Ethnologin und Volkskundlerin Jessica Leffers durchgeführt hat, war es herauszuarbeiten, welchen Beitrag Kultureinrichtungen im Bereich der Integration und der kulturellen Teilhabe leisten können und Beispiele zu finden, die zur Nachahmung anregen. Die jetzt abgeschlossene Bestandsaufnahme soll als Basis für mögliche Folgeprojekte dienen. Deren Ziel soll es sein, den Austausch zwischen Kultureinrichtungen einerseits und Migranten und Migrantenvereinen andererseits in der Metropolregion zu fördern und die interkulturelle Öffnung von Kultureinrichtungen voranzutreiben. Im Rahmen der Bestandsaufnahme wurden mehr als 900 Museen, Theater, Heimat- und Bürgervereine, Musikeinrichtungen, Soziokulturelle Zentren sowie weitere Einrichtungen wie Volkshochschulen, Kulturvereine und Bibliotheken sowie fünf Migrantenorganisationen befragt. Vereinzelt dienten Zeitungsberichte und Internetauftritte als Informationsquellen. Knapp 20 % der Einrichtungen gaben eine Rückmeldung.

Die Ergebnisse

Dabei ließ sich folgendes feststellen: 101 Einrichtungen haben schon einmal mit Migranten zusammengearbeitet, tun das noch aktuell, oder setzen sich in anderer Form mit den Themen Migration und kulturelle Vielfalt auseinander. Bei 79 Einrichtungen hat es bisher noch keine Zusammenarbeit gegeben. Am häufigsten kommt eine Zusammenarbeit bei Soziokulturellen Zentren vor (bei 15 von 20 Einrichtungen), bei Heimat- und Bürgervereinen dagegen am seltensten (bei 8 von 34 Vereinen). In den Städten findet häufiger eine Zusammenarbeit statt als in den Landkreisen.

Die Formen der Zusammenarbeit stellten sich unterschiedlich dar: Aktuell gibt es häufig Projekte, die sich an Geflohene als Zielgruppe richten. Mehrere Theater nannten in diesem Zusammenhang Theateraufführungen in Flüchtlingsunterkünften. Oft arbeiten Kultureinrichtungen mit Migrantengruppen oder gemischten Gruppen an einem Thema, das sie dann zum Beispiel in Form einer Ausstellung oder eines Theaterstücks präsentieren. Auch gibt es im Hinblick darauf, dass mittlerweile viele Schüler einen sogenannten Migrationshintergrund haben, eine Zusammenarbeit mit Schulklassen. Eine weitere Form der Zusammenarbeit ist die inhaltliche Beschäftigung mit dem Thema Migration, bei der häufig die Aufarbeitung der Migrationsgeschichte eines Ortes im Mittelpunkt steht. Vereinzelt versuchten die Befragten auch, migrantisches Personal zu beschäftigen, um damit neue Zielgruppen besser zu erreichen. Darüber hinaus stellten einige Einrichtungen Räumlichkeiten für kulturelle Veranstaltungen von Migrantenvereinen zur Verfügung oder arbeiteten mit ausländischen Künstlern, um deren Kunst auszustellen.

Insgesamt zeigt die Umfrage, dass es viele verschiedene Möglichkeiten der Zusammenarbeit gibt und dass ein großes Interesse an dem Thema besteht. Oft findet eine Zusammenarbeit mit Migranten und Migrantenorganisationen jedoch eher punktuell und projektbezogen statt. Als Gründe hierfür wurden vor allem mangelnde zeitliche und personelle Kapazitäten genannt. Zu fragen wäre in diesem Zusammenhang, inwiefern eine strukturelle Förderung aufgebaut werden könnte, die es den Kultureinrichtungen erlaubt, nachhaltige Strukturen in diesem Bereich aufzubauen. Interkulturelle Öffnung heißt letztendlich, die Themen Migration und kulturelle Vielfalt auf allen Ebenen der Kulturarbeit zu verankern, also in den Bereichen Vermittlung, Inhalte, Personal, Ansprache und mehr. Alle gesellschaftlichen Organisationen, die sich mit Kultur befassen, sollten überlegen, wie sie Hilfestellung in diesem Bereich geben können.

Ausblick

Gerade Kultureinrichtungen besitzen das Potenzial, über die Kultur Menschen unterschiedlicher Herkunft, und das betrifft sowohl Zugewanderte als auch Einheimische, zusammenzubringen und den Austausch zu fördern. Und auch die Aufarbeitung von Migrationsgeschichte als Teil einer gemeinsamen Geschichte birgt viele Chancen für die Entwicklung eines gemeinsamen „Wir-Gefühls“. In diesen Bereichen gibt es noch zahlreiche Entwicklungsmöglichkeiten.

Das Projekt wurde von der Metropolregion Nordwest gefördert. Das Projekt wurde unterstützt durch die Koordinierungsstelle für Migration und Teilhabe der Stabsstelle Integration der Stadt Oldenburg.

(Redaktion)


 


 

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