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Oldenburg

Overspeed bringt frischen Wind in die Offshorebranche

Nach mehr als 14 Jahren Vorbereitungszeit soll nächstes Jahr der deutsche Windpark „Sandbank“ realisiert werden.

Da die Offshore-Windenergie deutlich höhere Investitionskosten hat als an Land, und darüber hinaus noch mit höheren Risiken verbunden ist, ist es oft schwierig, Geldgeber für die Investitionen im Milliardenbereich zu überzeugen. Deshalb ist eine so lange Periode zwischen Idee und Umsetzung nicht ungewöhnlich. Das im August verabschiedete neue EEG 2014 hat das ehrgeizige Ziel, im Jahr 2025 40- 45% des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen zu erzeugen, davon 15 GW offshore. Das entspricht der Leistung von 10 Kernkraftwerken. Um dieses Ziel zu erreichen, werden viele Offshore-Windparks in immer größerer Entfernung zum Land errichtet, wie in der Deutschen Bucht und auf der Doggerbank in Großbritannien.

Der Herausforderung, die Kosten für Offshore-Windparks zu senken, stellt sich das EUEntwicklungsprojekt DTOC (Design Tool for Offshore Wind Farm Clusters) mit einem Konsortium von 22 Mitgliedern aus 10 EU-Ländern, darunter das Oldenburger Windenergie- Unternehmen „Overspeed“ und die Forschungszentren ForWind und Fraunhofer IWES.

Im Mittelpunkt des Projekts steht die Entwicklung einer Software für Offshore- Windparkentwickler, welche das Layout von ganzen Gruppen von Parks in Bezug auf Kosten und Energieproduktion optimiert, was zu einer deutlichen Reduktion des Investitionsrisikos führt.

Um die verfügbaren Flächen effizient zu nutzen, werden Offshore-Windparks meist in sogenannten Clustern angeordnet, so dass Gruppen von Parks relativ eng zusammenstehen. „Die größte Herausforderung dabei ist, dass sich das regionale Klima auf See durch den Einfluss der Turbinen und die umgebenden Cluster selbst verändert und dadurch immer neue, optimierte Windparklayouts zustande kommen. Aber gerade deshalb ist die Entwicklung dieser neuen Software umso bedeutender“, so Dr. Waldl, Geschäftsführer des Unternehmens Overspeed, das für die Integration und Entwicklung der DTOC-Software verantwortlich ist.

Die Kombination der Software mit einem sogenannten Geographischen Informationssystem (GIS) ermöglicht die Berücksichtigung bereits bestehender und der neu zu planenden Windparks mitsamt aller Windenergieanlagen, der Umspannplattformen, dem Windpotential und der Wassertiefe. Auch bestehende Nutzungen des Meeres wie Fischerei und Schifffahrtslinien werden so berücksichtigt.

Zentraler Punkt bei der Optimierung der Windparks sind die Stromerzeugungskosten pro Kilowattstunde Strom, der entscheidenden Kennzahl für die Realisierung und Finanzierung von Windparkprojekten. „Unser Ziel ist sowohl die Senkung der Kosten pro kWh als auch die Reduktion des Risikos, dass dieser Wert bei der Umsetzung überschritten wird“, so Dr. Waldl. So wird Investoren die Finanzierung von Offshore- Windparks deutlich erleichtert.

Ein wichtiger Meilenstein des Projektes wurde gerade erreicht: In Amsterdam präsentierte Overspeed, verantwortlich für die Integration und Entwicklung der Software, im Rahmen eines öffentlichen Workshops potentiellen Nutzern den Prototypen der DTOCPlattform.

(Redaktion)


 


 

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