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Universität Oldenburg

Neue Präsidentin vielversprechend

Seit Montag hat die Universität Oldenburg nach langer kommissarischer Vertretung eine neue Präsidentin. Niedersachsens Wissenschaftsminister Lutz Stratmann der 49-jährigen Medizinerin Prof. Dr. Babette Simon die Ernennungsurkunde zur Präsidentin. Sie gab auch bereits erste Schwerpunktsetzungen bekannt.

Die bisherige Vizepräsidentin der Universität Marburg war am 4. November 2009 vom Senat der Universität gewählt worden. Simon ist die erste Frau, die in das höchste Amt der Universität Oldenburg gewählt wurde. Ihre Vorgängerin war bis zu einer Nachfolgeregelung kommissarisch eingesetzt. Stratmann sagte, er freue sich über die Neubesetzung. "Frau Professor Simon bringt viele Kompetenzen mit, die für die Universität Oldenburg von hoher Bedeutung sind. In ihrer Person liegt für die Universität eine sehr gute Chance, Stärken weiter auszubauen und auch aktiv zu neuen Ufern aufzubrechen", so Stratmann.

"Lassen Sie uns gemeinsam Zukunftsweisendes auf den Weg bringen." (Universitäts-Präsidentin Babette Simon)

"Ich freue mich auf meine neue Aufgabe. Ich bin mir der daraus erwachsenden Verantwortung bewusst und werde mich den anstehenden Herausforderungen gerne und engagiert stellen", sagte Simon zu ihrem Amtsantritt. "Die Verantwortung für die zukünftige Entwicklung der Carl von Ossietzky Universität liegt dabei nicht allein bei mir als Präsidentin, sondern bei jedem Einzelnen unserer Universität. Ich möchte, dass sich jeder für das Ganze verantwortlich fühlt und initiativ ist. Lassen Sie uns gemeinsam Zukunftsweisendes auf den Weg bringen."

Im Fokus: European Medical School und Bologna-Reform

Als eine große Herausforderung bezeichnete Simon die Gründung der European Medical School, deren Bewertung durch den Wissenschaftsrat im zweiten Quartal des Jahres erwartet wird. Dies könne von großer Bedeutung für die Universität und das Land sein. Sie werde allerdings darauf achten, dass die anderen Bereiche der Universität durch diesen Prozess nicht beeinträchtigt, sondern gefördert würden. Es gehe nicht nur darum, neue Projekte auf den Weg zu bringen, sagte Simon, sondern auch darum, zu sehen, wie das bereits Vorhandene weiterentwickelt werden könne.

Dies gelte beispielsweise auch für den Bereich Studium und Lehre, der nicht nur in Oldenburg seit der Umsetzung der Bologna-Reform einer Reihe von Nachsteuerungen und Nachbesserungen bedürfe, wie die jüngsten Ereignisse an vielen deutschen Hochschulen gezeigt hätten. Im Zuge dessen war es bundesweit zu Studentenprotesten gekommen. Auch in Oldenburg waren Studenten im Zuge dessen sehr engagiert und konnten erste Zugeständnisse seitens der Universität erreichen.  "Hier hat die Universität bereits wichtige Schritte unternommen, und wir sollten den Weg konsequent weitergehen", sagte Simon. Ein besonderes Augenmerk will sie dabei auch auf das Lehramtsstudium legen. Zuvor war an der Universität mehrmals ein radikal geführter Richtungsstreit darüber entbrannt, welche Schwerpunkte an der Universität künftig gesetzt werden sollen.

Simon will Gespräche führen

Die nächsten Wochen und Monate will Simon nutzen, Gespräche in der Universität, der Stadt und der Region zu führen, um sich einen persönlichen Eindruck über die Situation der Hochschule und ihre Verankerung im Nordwesten zu machen. Die neue Präsidentin dankte auch noch einmal dem kommissarisch eingesetzten Präsidium mit Dr. Heide Ahrens an der Spitze für die hervorragende Arbeit in der schwierigen Übergangszeit. Der letzte gewählte Präsident, Dr. Uwe Schneidewind, hatte sich im Zuge des Streits um die Ausrichtung Hochschule aus dem Amt zurückgezogen.

Simon studierte Humanmedizin in Freiburg und Basel und promovierte an der Universität Freiburg. Nach Forschungsaufenthalten an der Harvard Medical School/Massachusetts General Hospital in Boston (USA) setzte sie 1990 ihre klinische und wissenschaftliche Karriere am Universitätsklinikum der Universität Marburg fort. Sie habilitierte sich 1998 an der Universität Marburg, ist Internistin und Gastroenterologin und seit 2003 außerplanmäßige Professorin am dortigen Fachbereich Medizin. Seit 2006 war Simon Vizepräsidentin der Universität Marburg und wurde vor einem Jahr vom Bundespräsidenten in die Wissenschaftliche Kommission des Wissenschaftsrats berufen. Jüngst erfolgte die Berufung in den Gesundheitsforschungsrat des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

(Redaktion)


 


 

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