Sie sind hier: Startseite Weser-Ems Termine Rückblick Events
Weitere Artikel
Oldenburg

Zukunftsforum „Chancen einer vernetzten Stadt“ zeigt Potenziale zeitgenössischer Stadtentwicklung auf

Der Bund Deutscher Architekten begrüßt über 200 Gäste zu hochkarätiger Vortragsveranstaltung mit anschließender Podiumsdiskussion.

Unter dem Titel „FORUM ZUKUNFT STADT – Chancen einer vernetzten Stadt“ veranstaltete die Bezirksgruppe Oldenburg / Weser-Ems / Ostfriesland vom Bund Deutscher Architekten (BDA) Niedersachsen e. V. mit freundlicher Unterstützung der Partner Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) und EWE AG unter der Schirmherrschaft des Oldenburger Oberbürgermeisters Jürgen Krogmann erstmalig einen interdisziplinären Kongress zum Thema „Stadtentwicklung“. Dazu kamen in der LzO-Zentrale Experten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Stadtplanung und Architektur aus ganz Deutschland zusammen. Im Fokus stand dabei die Frage, wie Innovationsprozesse in deutschen Städten gefördert werden können, um eine nachhaltige Stadtentwicklung zu etablieren, die die Stadt nach innen und außen prägt.

Vor den Grußworten von Gerhard Fiand (Vorstandsvorsitzender LzO) und Dr. Werner Brinker (Vorstandsvorsitzender EWE AG), hieß Ideengeber und Vorsitzender der Bezirksgruppe des BDA Alexis Angelis die Gäste willkommen: „Wir freuen uns über das enorme Interesse am Forum Zukunft Stadt und danken unseren Partnern für die Unterstützung, ohne die diese Veranstaltung nicht möglich gewesen wäre.“ Im Anschluss übernahm Oldenburgs Stadtbaurätin Gabriele Nießen die inhaltliche Einführung in das Thema, in dem sie Oldenburgs aktuelle Stadtentwicklungsthemen vorstellte.

Das Kongressprogramm beinhaltete sechs zwanzigminütige Impulsvorträge, die sich aus verschiedenen Blickwinkeln der Frage widmeten, wie eine Vernetzung zwischen den Beteiligten aus Forschung, Politik, Planung und Wirtschaft, kreative Prozesse in einer Stadt fördert und engagierte Bürger miteinbeziehen kann, um neue Potenziale zu erschließen. Die Kulturmanagerin Ulrike Rose aus Berlin stellte die Referenten vor und führte in die jeweiligen Vorträge ein. Migration – Herausforderung und Chance zugleich Den Auftakt machte der Stadtsoziologe Dr. Norbert Gestring, Lehrbeauftragter am Institut für Sozialwissenschaften der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg mit einer grundlegenden Einführung in die aktuellen Herausforderungen für die Stadtentwicklung wie steigende soziale Ungleichheit, wachende Vielfalt der Lebensformen, Alterung der Bevölkerung und die Integration von Immigranten und Flüchtlingen. Einwanderung solle nicht in erster Linie als Problem, sondern als eine zentrale Ressource der Stadtentwicklung thematisiert werden.

Im Dialog mit der Bevölkerung

Hannovers Stadtbaurat Uwe Bodemann stellte im Anschluss mit den Praxisbeispielen „Mein Hannover 2030“ und „Hannover 2020+“ die Ziele der Stadtentwicklungspolitik der Niedersächsischen Landeshauptstadt für die Gesamtstadt und insbesondere für die Innenstadt sowie deren Umsetzung vor. Unter dem Titel „Hannover City 2020“ wurde ein Dialog mit der Bevölkerung zur Entwicklung der hannoverschen Innenstadt und ihrer Verflechtungsbereiche durchgeführt, der in ein städtebauliches Workshop- oder Wettbewerbsverfahren mündete. Grundlegendes Ziel war es, durch spezielle Methoden und Beteiligungsverfahren mit unterschiedlichen Akteuren die zukünftige Innenstadtentwicklung gemeinsam zu gestalten.

Wissen I schafft I Stadt – Beispiel Heidelberg

Ein Instrument für eine zukunftsweisende Stadtentwicklung kann auch eine „Internationale Bauausstellung“ sein, so Carl Zillich, kuratorischer Leiter der IBA Heidelberg. Im dritten Impulsvortrag schilderte Zillich zunächst die Geschichte der IBA und ging dann auf Heidelberg ein. „Wissen schafft Stadt“ - mit diesem Motto solle Heidelberg über zehn Jahre zum Labor für die Wissensstadt der Zukunft werden, so Zillich. Die „Exzellenzinitiative“ IBA Heidelberg habe einen proaktiven Ansatz, der keine defizitorientierte Stadtreparatur durch einzelne Bauprojekte betreibe, sondern im „Ausnahmezustand auf Zeit“ Antworten auf Fragen zu finden versuche, die in die Zukunft der urbanen Wissensgesellschaft weisen.

Erhebliches Innovationspotenzial durch Globalisierung und Digitalisierung

Die Digitalisierung und das damit einhergehende veränderte Kommunikationsverhalten der Menschen habe laut Dr. Werner Brinker, Vorstandsvorsitzender der EWE AG, tiefgreifende Auswirkungen auf Mobilität, Arbeitskultur und Demokratieverständnis sowie Handel und Logistik . Um diesen Herausforderungen gewachsen zu sein, müssten schon heute mit wohlüberlegten Stadtentwicklungsprogrammen die Grundlagen für die sich immer schneller verändernde Welt gelegt werden. Je besser und flexibler sich eine Stadt oder eine Region den neuen Herausforderungen stelle, umso erfolgreicher werde sie sein. Das wiederum habe entscheidenden Einfluss auf den Erfolg der ansässigen Unternehmen, so Dr. Brinker. Der Energiekonzern sehe sich in diesem Zusammenhang in der Verantwortung, die Region nachhaltig mitzugestalten und suche daher stets den Dialog mit den städtischen Partnern, Vereinen und Verbänden sowie den Bürgern.

Ästhetik und Nachhaltigkeit: die Verantwortung des Architekten

Nicht nur die Verantwortung der Unternehmen, sondern auch die Verantwortung der Architekten spiele eine Rolle für eine nachhaltige und ästhetische Stadtentwicklung, ergänzte Architekt Amandus Sattler aus München seinen Vorredner. Sattler ist Mitglied der Gestaltungsbeiräte in Oldenburg und Wiesbaden, sowie Geschäftsführender Gesellschafter eines der führenden Architekturbüros in Deutschland. In seinem Vortrag betonte Sattler die Wichtigkeit der professionellen Expertise bei der ästhetischen Qualitätssicherung , die im starken Kontrast zur zunehmend profitorientierten Bautätigkeit stehe. Eine lebhafte Stadt benötigt Schönheit, Vielfalt und Experiment fasste Sattler zusammen.

Möglichkeiten der Partizipation

Moderatorin Ulrike Rose bot in ihrem Referat selbst einen Einblick auf Vorhaben, die von engagierten Akteuren die Gestaltung der Städte voranbringen. Im Fokus betrachtete sie dabei, welche Potentiale in der Stadtgesellschaft vorhanden sind, um gemeinsam eine lebenswerte, nachhaltige und zukunftsorientierte Stadtkultur zu schaffen. Sowohl von zivilgesellschaftlicher Seite (bottom-up), als auch von Seiten der Politik (top-down) sind derzeit unterschiedliche Bewegungen zu beobachten, deren Akteure „Stadt auf Augenhöhe" gestalten. Sie nannte dazu unterschiedliche Beispiele wie z. B. das Flussbad in Berlin, die Highline in New York wie auch Aktivitäten von Ruhr und Rhein.

Podiumsdiskussion mit den Rednern

In der abschließenden Podiumsdiskussion mit Uwe Bodemann, Dr. Werner Brinker, Dr. Nobert Gestring, Amandus Sattler und Carl Zillich wurde unter der Moderation von Ulrike Rose besonders der Vernetzungsgedanke in den Mittelpunkt gerückt. Alle Beteiligten waren sich einig, dass die Städte nur im Dialog mit den Verantwortlichen aus Wirtschaft, Kultur, Forschung, Stadtplanung und Architektur Erneuerungsprozesse anschieben und eine nachhaltige, ressortübergreifende Innovationskultur etablieren können. Professionelle Prozesse sowie die Integration von Expertentum seien entscheidend, um die vorhandenen Potentiale einer Stadt aufgreifen zu können. Aber auch Initiativen von kreativen und engagierten Bürgern sollten aufgenommen und unterstützt werden, denn gute Ideen entwickeln sich oft auch unabhängig von den etablierten „Stadtmachern“. Die Stadt des 21. Jahrhunderts solle ihren lokalen Charakter bewahren und transportieren. Sie müsse aber zugleich durch eine nachhaltige, visionäre Stadtentwicklung und deren Umsetzung überregional bis hin zu international konkurrenzfähig sein.

Der Kongress FORUM ZUKUNFT STADT ist eine Veranstaltung des Bund Deutscher Architekten.

(Redaktion)


 


 

Werner Brinker
Gerhard Fiand
Jürgen Krogmann
EWE
LzO
BDA
Entwicklung
Verantwortlichen
Dialog
Carl Zillich
Herausforderung
Akteure
Sattler
Städte
Gestaltung
Potentiale
Stadtentwicklungspolitik
Experiment
Politik
Podiumsdi

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Werner Brinker" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: