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Landesbibliothek Oldenburg

Der Oldenburger Sachsenspiegel digital – neue Einblicke in eine alte Handschrift

Die berühmte Oldenburger Bilderhandschrift des Sachsenspiegels aus dem Jahr 1336 liegt meist im Tresor der Landesbibliothek Oldenburg und darf aus konservatorischen Gründen nur ganz selten gezeigt werden. Ende Januar wurde nun der digitale Oldenburger Sachsenspiegel der Öffentlichkeit präsentiert.

Der zwischen 1220 und 1230 verfasste Sachsenspiegel des Ministerialen Eike von Repgow ist das bedeutendste deutsche Rechtsbuch des Mittelalters und beeinflusste die Rechtssetzung in weiten Teilen Mittel- und Osteuropas. Zahlreiche Abschriften und
Druckausgaben bezeugen seine lebhafte Rezeption bis in die Neuzeit hinein. Nur vier mittelalterliche Handschriften sind jedoch illustriert.

Die Oldenburger Bilderhandschrift wurde 1336 im Auftrag von Graf Johann III. von Oldenburg durch den Benediktinermönch Hinrich
Gloyesten im Kloster Rastede in mittelniederdeutscher Sprache geschrieben. Der Text ist vollständig, der Bilderzyklus blieb unvollendet. 

Kostbare Handschrift

„Es ist unser Ziel, dass so herausragende Kulturgüter wie der Oldenburger Sachsenspiegel für alle Bürgerinnen und Bürger sichtbar und erlebbar werden“, so Niedersachsens Kulturministerin Johanna Wanka (CDU).

Die kostbare Handschrift kann ab sofort erstmals Seite für Seite von jedermann, zu jeder Zeit und von jedem Ort der Welt aus betrachtet werden. Ermöglicht haben dies die Niedersächsische Sparkassenstiftung als Eigentümerin der Handschrift sowie die Projektförderung des Niedersächsischen Kulturministeriums und der Europäischen Union.

„Wenn alle vier Bilderhandschriften des Sachsenspiegels jetzt digital im Internet verglichen werden können, wird dies auch der internationalen Forschung zum Sachsenspiegel neue Impulse geben“ (Corinna Roeder, Leiterin der Landesbibliothek Oldenburg)

„Selbst Sachsenspiegel-Kenner werden von der digitalen Ausgabe überrascht sein“, ist sich Michael Heinrich Schormann, stellvertretender Geschäftsführer der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, sicher, „denn auf dem Bildschirm kommen
Details ans Licht, die in über 650 Jahren wohl kaum jemand gesehen hat.“ Jede Bewegung der Schreibfeder, jede Nuance der Kolorierung, jeden feinen Riss in der Blattgoldauflage und selbst die Poren des Pergaments macht die Zoomfunktion gestochen scharf sichtbar. Dafür baute Spezialfotograf Karl Perstling aus Bad Aussee im Tresorraum der Landesbibliothek eigens eine Apparatur auf, auf der jedes Blatt durch leichtem Unterdruck behutsam angesaugt, schonend ausgeleuchtet und mit hoher Auflösung digital fotografiert wurde. 

Teil des neuen Internetportals „Kulturerbe Niedersachsen

Besonders stolz ist Perstling auf die originalgetreue Wiedergabe des Blattgoldes. Auch Corinna Roeder, Leiterin der
Landesbibliothek Oldenburg, ist von der Qualität der Digitalisate begeistert und sieht darin auch Vorteile für die Wissenschaft: „Wenn alle vier Bilderhandschriften des Sachsenspiegels jetzt digital im Internet verglichen werden können, wird dies auch der internationalen Forschung zum Sachsenspiegel neue Impulse geben“, so Roeder.

Der digitale Oldenburger Sachsenspiegel und die digitale Sammlung Brandes werden als Beitrag der Landesbibliothek Oldenburg künftig auch in das im Aufbau begriffene Portal „Kulturerbe Niedersachsen digital“ integriert werden.

Der Oldenburger Sachsenspiegel ist unter diesem Link ab sofort für alle Internetnutzer digital einsehbar.

(Redaktion)


 


 

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