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Ministerpräsident zu Gast

Oldenburgische Landschaft feierte mit 700 Gästen Geburtstag

Auf 35 Jahre des Bestehens konnte nun die Oldenburgische Landschaft zurückblicken. Der Landschaftsverband nahm das Jubiläum zum Anlass, um am Samstag mit zahlreichen Gästen Geburtstag zu feiern. Auch Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff war zu Gast.

Am Festakt im Oldenburgischen Staatstheater nahmen am Samstag über 700 Gäste aus dem gesamten Oldenburger Land und darüber hinaus teil. Der Ort war nicht zufällig gewählt: am 8. Februar 1975 kam im Großen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters die konstituierende Versammlung zusammen, um die Oldenburgische Landschaft als Körperschaft des öffentlichen Rechts zu gründen.

Das entsprechende Gesetz zur Gründung hatte der Niedersächsische Landtag bereits zuvor am 27. Mai 1974 verabschiedet. In Kraft getreten war es am  1. Januar 1975. Doch bereits Jahre vorher kümmerte man sich in der schon im Jahr 1961 gegründeten Oldenburg- Stiftung e.V. um die Pflege der regionalen Identität. Die Aufgaben der Stiftung gingen mit der Gründung des Landschaftsverbandes auf diesen über.

Ministerpräsident: Sprache als Heimat begreifen

In seiner Festrede betonte Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), dass Niedersachsen ein Land der Regionen sei, die wiederum auf jahrhundertealte eigene Geschichte zurückblicken könnten. Der Erfolg des neuen Bundeslandes Niedersachsen habe sich nach dem 2. Weltkrieg nur einstellen können, weil Niedersachens Regionen, ihre historische und kulturelle Substanz stets geachtet wurden, so Wulff weiter. Wichtig sei es zudem in Zeiten von Europäisierung und Globalisierung Sprache als ein Teil von Heimat zu begreifen. Schon ein Kind nehme die Sprache wie Spielzeug in die Hand und erobere sich damit die Welt. Das Engagement der Oldenburgischen Landschaft lobte Wulff in diesem Zusammenhang ausdrücklich. 

"Was wäre Niedersachsen ohne Platt." (Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff)

Und tatsächlich: Mit dem Festival für neue niederdeutsche Kultur „PLATTArt“ hat die Oldenburgische Landschaft erstmals im Jahr 2006 erfolgreich neue Wege in der Vermittlung der niederdeutschen Sprache und Kultur eingeschlagen. Und zwar nicht ganz ohne Risiko, wie der Ministerpräsident am Samstag in seiner Rede betonte - aber am Ende sehr erfolgreich:

Mit einem vielseitigen Programm hätten dabei vermehrt jüngere, bislang nicht aktiv Platt sprechende Menschen angesprochen werden können. Das Festival sei ein längst überfälliges Experiment der Oldenburger gewesen, fern aller verstaubten Sprachpflege, die jüngere Generation wieder zum "Platt" machen zu bewegen, hob Wulff in seiner Laudatio hervor. Deshalb komme der Oldenburgischen Landschaft mit ihrer erfolgreichen Arbeit eine Vorbildfunktion für ganz Niedersachsen zu. Das verbale Schulterklopfen rundete Wulff mit der treffenden Frage ab: "Was wäre Niedersachsen ohne Platt?", die zwar durchaus zum Schmunzeln anregte, aber unbestritten einen wahren Kern enthält.

Lucke: Übertragung der Kulturförderung war richtig

In seiner Begrüßung erwähnte wiederum Landschaftspräsident Horst-Günter Lucke, dass es in den letzten Jahren zu einer Wiederentdeckung der Region innerhalb der großen nationalen und internationalen Einheiten gekommen sei. Die Auflösung der örtlichen Bezirksregierung habe zudem die Stellung der Oldenburgischen Landschaft aufgewertet. Sie sei nun durch die Übertragung der regionalen Kulturförderung in ihren Aufgabenbereich alleinige Sprecherin für alle oldenburgischen Themen und insbesondere für die oldenburgischen Kulturinstitutionen.

In der Region Oldenburg könne man hierdurch aus Landesmitteln inzwischen jährlich 310.000 Euro an Kultureinrichtungen vergeben. Die vom Oldenburger Kulturminister Lutz Stratmann (CDU) getroffene Entscheidung, die regionale Kulturförderung der ehemaligen Bezirksregierungen den Landschaften und Landschaftsverbänden zu übertragen,  sei deshalb "eine allseits anerkannte Erfolgsgeschichte," lobte Lucke den Abbau von Doppelstrukturen.

(Redaktion)


 


 

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