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Flugmanager berichtete

Bürokratie belastet Inselflugverkehre von OLT, Frisia und Luftverkehr Friesland

Während einer Pressekonferenz informierte der Geschäftsführer der Regionalfluggesellschaft LFH Luftverkehr Friesland, Jan-Lüppen Brunzema, kürzlich in Emden über die aktuellen Entwicklungen in Sachen Luftverkehrssteuer. Die Betreiber der Inselflugverkehre stemmen sich weiter mit aller Macht gegen die Abgabe. Der Ausgang ist noch ungewiss.

Der Europaabgeordnete Hans-Peter Mayer aus Vechta hatte Brunzema und seinen Mitstreitern von den Regionalfluggesellschaften OLT und Frisia zuletzt im Juni 2011 einen Termin bei der EU-Kommission vermittelt. In Brüssel habe man zwar nicht weiterhelfen können, da es sich um ein nationales Gesetz handelt, jedoch durchaus hilfreiche Tipps gegeben, worauf bei der Begründung für einen Ausnahmeantrag zu achten sei, so der Flugmanager.

Im Juli 2011 folgte daraufhin ein Gespräch mit Vertretern des Finanzressorts und des Bundesverkehrsministeriums in Berlin. Dort nahm man die Anregungen der Ostfriesen dankbar auf. Bis zum vergangenen Freitagabend hatte der Bund nunmehr Zeit, eine überarbeitete Version seines Ausnahmeantrags bei der EU einzureichen. Nach Brunzemas Worten habe die bislang in Brüssel vorliegende Version noch näher erläutert und mit Zahlen unterlegt werden müssen, um die Befreiung durchsetzen zu können. Die Chancen hierfür seien inzwischen etwas gestiegen, wenngleich Brunzema noch keine Entwarnung geben mochte.

37 Aktenordner im ersten Halbjahr 2011

Der Flugmanager verwies in Emden auf die mit der Luftverkehrssteuer verbundene Bürokratie. Im ersten Halbjahr 2011 hätten sich demnach bereits 37 Aktenordner beim kleinen Unternehmen angesammelt. Bei jeder Befreiung müsse einzeln nachgewiesen werden, wo die betreffende Person ihren Hauptwohnsitz unterhalte. Auch der Zoll sei bis zu drei Tage im Monat im Haus, um etwaige Schummeleien aufzudecken.

Für kurze Flugstrecken wie Norderney-Juist lohne sich der Aufwand zudem  nicht, beklagt Brunzema. Er verweist darauf, dass Putzkolonnen auf tideabhängigen Inseln wie Juist und Wangerooge auf den Lufttransport angewiesen seien. Diese könnten schließlich nicht mit der selben Fähre anreisen, wie die Urlaubsgäste, da die Ferienwohnungen noch vor dem Eintreffen der Gäste fertig sein müssten. Dies würde letztlich auch zwischen den Inseln zu Wettbewerbsverzerrungen führen.

Brunzema: Gästezahlen um 17 Prozent gesunken

Laut Brunzema sind die Gästezahlen seit Einführung der Luftverkehrssteuer um durchschnittlich 17 Prozent gesunken. Der Flugmanager macht hierfür die um bis zu 30 Prozent gestiegenen Flugkosten verantwortlich. Erwachsene zahlten für Flüge zu den Nordseeinseln inzwischen etwa 30 Prozent und Kinder rund 62 Prozent mehr, sagt er. Das Unternehmen LFH Luftverkehr Friesland bietet vom Flugplatz Harle im Landkreis Wittmund aus Linien-, Charter- und Rundflüge zu den ost- und nordfriesischen Inseln an.

(Red. / oy)


 


 

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