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Internetnutzung

Digitaler Graben entlang von Alter, Einkommen und Geschlecht

Rund 18 Millionen Deutsche bleiben dem Internet fern. Für knapp ein Viertel der Bevölkerung ist das Netz kein selbstverständliches Medium. Das geht aus einer am Dienstag in Berlin vorgestellten repräsentativen Studie für den "(N)Onliner Atlas 2011" der Initiative D21 hervor.

Demnach ist die digitale Welt vor allem älteren, ärmeren und weniger gebildeten Menschen fremd. Laut einer Sonderstudie fürchten sich viele Deutsche zudem vor Bankbetrügern im Internet.

Entlang von Alter, Einkommen und Geschlecht ziehe sich "ein deutlicher digitaler Graben", sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Hans-Joachim Otto (FDP). Der Studie zufolge surfen etwa 90 Prozent der Abiturienten und Studenten im Internet. Bei den Befragten mit weiterbildendem Schulabschluss waren es 79 Prozent. Die Gruppe ohne Volksschulabschluss oder Lehre konnte im Vergleich zum Vorjahr fünf Prozentpunkte zulegen und erstmals die 50-Prozent-Marke überschreiten (51 Prozent).

Abgehängt sind der Studie zufolge die Rentner: Von den Menschen über 70 Jahre nutzt nicht einmal ein Viertel (24,6 Prozent) das Internet. Bei den Geschlechtern liegen die Männer klar vorn. Mehr als vier Fünftel von ihnen surfen regelmäßig im Internet. Bei den Frauen sind es dagegen 69 Prozent.

Im regionalen Vergleich sind die ostdeutschen Flächenländer die Schlusslichter. In Sachsen-Anhalt sind der Studie zufolge nur 64 Prozent der Menschen regelmäßig im Netz, in Brandenburg 68 Prozent. Spitzenreiter war Bremen, wo vier Fünftel der Bevölkerung regelmäßig online sind.

Wohlhabende surfen häufiger

Auch bei den Vermögensverhältnissen geht den Angaben zufolge die Schere auf. So sind 53 Prozent der Haushalte mit einem Nettoeinkommen unter 1.000 Euro regelmäßig online. Dagegen nutzen 92 Prozent der Haushalte mit über 3.000 Euro Einkommen das Internet. Insgesamt ist die Netzaffinität der deutschen Bevölkerung im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Punkte auf 74,7 Prozent gestiegen.

In einer Sonderstudie wurden die regelmäßigen Internetnutzer zudem nach ihren Gewohnheiten zum Online-Banking befragt. Demnach ist das Vertrauen in die Sicherheit von Bankgeschäften im Netz nur gering. Drei Viertel der Internetnutzer verzichteten aus Angst vor Betrügern auf das Online-Banking. Dagegen befürchteten nur 13 Prozent der regelmäßigen Nutzer dieser Angebote, Opfer von Kriminellen zu werden.

Der Studie zufolge sind die jüngeren Nutzer etwas kritischer. 28 Prozent der unter 34-Jährigen vermeiden aus Angst vor Betrügern Bankgeschäfte im Internet. Bei den über 55-Jährigen sind es dagegen 22 Prozent. Drei Prozent der Befragten gaben an, beim Online-Banking schon einmal finanziell geschädigt worden zu sein.

Für den "N(Onliner) Atlas" hatte das Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest mehr als 30.000 Interviews durchgeführt. Für die Online-Banking-Studie wurden mehr als 1.000 Internetnutzer befragt. Die Initiative D21 ist ein gemeinnütziger Verein von etwa 200 Unternehmen und politischen Institutionen, der sich für die Überbrückung der digitalen Kluft in Deutschland einsetzt.

(dapd )


 


 

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