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Bochumer Opel-Betriebsrat will kämpfen

Arbeitnehmervertreter wollen Änderungskündigungen nicht hinnehmen

Bei Opel in Bochum stehen die Zeichen auf Konfrontation. Das Unternehmen verschickte am Dienstag an 86 Mitarbeiter Änderungskündigungen, wie der Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel mitteilte. Die Betroffenen müssten und würden dagegen Klage einreichen und könnten dabei auf die Unterstützung von Betriebsrat und IG Metall setzen. Bereits am Freitag hatte der Betriebsrat eigenen Angaben zufolge einstimmig den Kündigungsanträgen widersprochen.

Von Tonia Haag

Mit den Änderungskündigungen werden die Mitarbeiter zwar nicht direkt entlassen. Vielmehr wird 75 von ihnen zunächst die Versetzung ins Rüsselsheimer Stammwerk von Opel angeboten, wie ein Mitarbeiter des Betriebsrats auf dapd-Anfrage sagte. Sollten sie dem jedoch nicht zustimmen, droht ihnen die betriebsbedingte Kündigung. Das gleiche gilt für die übrigen elf Mitarbeiter, die innerhalb des Bochumer Werks versetzt werden sollen. Der Arbeitsplatzwechsel innerhalb des Unternehmens wäre nach Angaben des Betriebsrats mit Lohneinbußen verbunden.

Betriebsrat nennt Kündigungen "unverantwortlich und unsozial"

Die Arbeitnehmervertreter zeigten sich über die Kündigungen erbost. Sie seien "unverantwortlich und unsozial", sagte Einenkel. Das Unternehmen habe die Sozialauswahl einseitig vorgenommen. Sie sei fehlerhaft und damit unwirksam. "Es gibt keine Rücksicht auf soziale Belange, Alter, Betriebszugehörigkeit, Familienstand, Funktionsfähigkeit des Betriebs", warf der Betriebsrat dem Unternehmen vor.

Zugleich kritisierte er, dass die Produktion in Bochum in den kommenden Tagen gesteigert werden solle und im kommenden Jahr an den Wochenenden voraussichtlich Zusatzschichten notwendig seien. "Einerseits Kündigungen und andererseits Mehrarbeit für die Verbliebenen - das versteht kein Mensch", erklärte der Betriebsrat.

Wie es weitergehen soll, will die IG Metall am Donnerstag erörtern. Dann hat sie ihre Opel-Mitglieder zu einer Beratungssitzung eingeladen.

Opel war durch Missmanagement und Qualitätsprobleme tief in die Krise geraten. Anfang 2010 begann der Traditionshersteller mit einer harten Sanierung. Das Werk in Antwerpen wurde geschlossen, europaweit wurden 8.000 Stellen abgebaut.

In Deutschland traf es auch das Werk Bochum, wo ursprünglich 1.800 Jobs wegfallen sollten. Wegen der guten Autokonjunktur wurden bisher 1.450 Stellen gestrichen, etwa 250 Beschäftigte wurden in das 250 Kilometer entfernte Rüsselsheim versetzt.

(dapd )


 


 

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