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Chronologie

Die Geschichte der Opel-Sanierung

Der Autohersteller Opel hat offenbar die Sanierung geschafft: 72 Millionen Euro Gewinn meldete Mutter General Motors (GM) für das zweite Quartal. Nach dem Willen der Manager am Heimatstandort Rüsselsheim das Ende eines langen Dramas.


November 2008: Opel bemüht sich wegen der Absatzkrise und Milliardenverlusten bei GM um eine staatliche Bürgschaft . Zuvor war die Produktion drastisch gedrosselt worden.

19. November 2008: Der Bonner Solaranlagenhersteller Solarworld will die vier deutschen Opel-Werke sowie das Entwicklungszentrum übernehmen. Voraussetzung sei die komplette Trennung von Opel aus dem GM-Konzern und eine Kompensationszahlung von 40.000 Euro pro deutschem Arbeitsplatz. Der Plan scheitert.

27. Februar 2009: Opel koppelt sich von GM ab. Die Europasparte werde künftig in einer teilselbstständigen Geschäftseinheit geführt, sagte der damalige Aufsichtsratschef Carl-Peter Forster. Den Kapitalbedarf bezifferte er auf 3,3 Milliarden Euro. Dieser müsse von der öffentlichen Hand bezahlt werden.

April 2009: Der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna und der italienische Autohersteller Fiat bekunden Interesse an Opel.

14. Mai 2009: Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) kann sich eine Treuhandlösung für Opel vorstellen, falls die Konzepte der beiden Interessenten akzeptabel seien.

26. Mai 2009: Der chinesische Autohersteller BAIC äußert Interesse.

27. Mai 2009: GM macht den Weg frei für eine eigenständige Zukunft Opels. Der US-Mutterkonzern überträgt die Fabriken, Rechte an den Technologien sowie Patente an die Adam Opel GmbH.

30. Mai 2009: Magna einigt sich mit Bund, Ländern und GM auf ein Rettungskonzept. Zudem werde ein Überbrückungskredit in Höhe von 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Magna will die vier deutschen Werke erhalten.

15. Juli 2009: RHJI stellt im Bundeswirtschaftsministerium sein Angebot vor. Danach will der Investor alle vier deutschen Opel-Werke erhalten. Jede zehnte der 50.000 Stellen in Europa soll wegfallen. RHJI verlangt 3,8 Milliarden Euro Staatsgarantien.

11. August 2009: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht sich eindeutig für Magna aus.

26. August 2009: Einem Regierungspapier zufolge hat Opel bereits mehr als zwei Drittel des staatlichen Brückenkredits von 1,5 Milliarden Euro erhalten. Unterdessen rechnet Bundeswirtschaftsminister Guttenberg nicht mit einem Verbleib Opels im US-Mutterkonzern.

3. September 2009: Dem "Wall Street Journal" zufolge will GM Opel behalten und eine Milliarde Euro investieren. Die gleiche Summe erhofft sich der Konzern von den europäischen Ländern mit Opel-Standorten.

10. September 2009: Der GM-Verwaltungsrat empfiehlt den Verkauf von Opel an Magna International/Sberbank.

3. November 2009: Der Verwaltungsrat des US-Konzerns GM hat sich gegen den Verkauf von Opel ausgesprochen. GM will Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall in Eigenregie restrukturieren.

24. November 2009: Bundeskanzlerin Merkel bestätigt, dass GM die letzte Tranche des Überbrückungskredits zurückgezahlt habe.

15. Januar 2010: Nick Reilly wird neuer Opel-Chef.

9. Februar 2010: GM will zur Opel-Sanierung bis 2014 rund elf Milliarden Euro investieren. Rund 8.000 der europaweit 48.000 Stellen sollen wegfallen. Allein in Deutschland sollen fast 4.000 der rund 25.000 Stellen gekappt werden. Das Werk im belgischen Antwerpen wird geschlossen.

21. Mai 2010: GM einigt sich mit den Opel-Mitarbeitern auf einen Sanierungsplan. Die Beschäftigten sollen demnach 265 Millionen Euro zur Sanierung beitragen.

9. Juni 2010: Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) lehnt den Antrag GM auf eine Staatsbürgschaft über 1,1 Milliarden Euro ab.

16. Juni 2010: Opel zieht alle Bürgschaftsanträge in Europa zurück. Die Finanzierung werde jetzt intern geregelt, hieß es.

4. Oktober 2010: Opel saniert sich selbst - und macht das Werk im belgischen Antwerpen dicht.

18. November 2010: 17 Monate nach dem Konkurs kehrt GM an die Wall Street zurück. Beim größten Börsengang der Geschichte nimmt GM mehr als 23 Milliarden Dollar ein.

11. April 2011: Nach anderthalb Jahren an der Opel-Spitze wechselt Reilly als Chefkontrolleur in den Aufsichtsrat der europäischen GM-Tochter. Der Ingenieur Karl-Friedrich Stracke wird neuer Vorstandschef.

5. Mai 2011: GM macht Fortschritte bei der Opel-Sanierung, doch die deutsche Tochter steckt noch in den roten Zahlen. Für das erste Quartal 2011 weist GM für das Europageschäft - das im Wesentlichen aus Opel und der Schwestermarke Vauxhall besteht - einen Verlust von 400 Millionen US-Dollar (knapp 270 Millionen Euro) aus.

9. Juni 2011: "Der Spiegel" und die "Auto-Bild" berichten, dass GM die Geduld mit Opel verliert. GM-Chef Dan Akerson dementiert später Verlaufsabsichten.

4. August 2011: GM meldet den ersten Opel- Gewinn seit Jahren: 102 Millionen Dollar im zweiten Quartal.

(dapd )


 


 

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