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Opel-Chef

Stracke gibt europäischen Standorten Garantie bis 2014

Der angeschlagene Autohersteller Opel will nach den Worten von Vorstandschef Karl-Friedrich Stracke seine europäischen Werke einschließlich Bochum wie versprochen bis 2012 erhalten. Er wies damit Gerüchte über ein baldiges Aus der Produktion in Bochum und im britischen Ellesmere Port zurück.

 Im Aufsichtsrat solle kommenden Mittwoch nur erörtert werden, wie das Geschäft profitabler gemacht werden könne. "Es steht keine Entscheidung zu Werkschließungen auf der Tagesordnung."

Zuvor hatte unter anderem das "Wall Street Journal" berichtet, dass die US-Konzernmutter General Motors (GM) die Schließung von ein bis zwei europäischen Werken plane. Ganz oben auf der Streichliste stehen demnach die Werke in Bochum und in Ellesmere Port, wo Autos der Opel-Schwestermarke Vauxhall gefertigt werden. GM wolle so endlich die hohen Verluste in Europa beenden, hatte die Zeitung unter Berufung auf Insider berichtet.

Am Montag wolle sich Stracke mit dem Finanzausschuss des Aufsichtsrates treffen und dort die Sitzung des gesamten Kontrollgremiums am Mittwoch vorbereiten, sagte der Bochumer Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel am Samstag der Nachrichtenagentur dapd.

Zuvor war gemeldet worden, dass der Opel-Chef bereits das Kanzleramt über Schließungspläne in Bochum informiert habe. Von der Bundesregierung hieß es dazu nur, man sei "in ständigen Gesprächen mit dem Opel-Vorstand". Auch eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums sagte auf dapd-Anfrage, das Ministerium beobachte die Lage aufmerksam und stehe ständig im Kontakt mit dem Autohersteller.

GM-Chef Akerson: Überkapazitäten in Europa

Von der Konzernmutter unter Druck gesetzt sieht Stracke sich bei der Sanierung nicht. "Insbesondere GM-Vorstand Dan Akerson hat mir seine uneingeschränkte Unterstützung für das Unternehmen und den Weg, den wir jetzt beschreiten, zugesagt", sagte der Opel-Chef. "Wir sind uns völlig einig, dass die Lösungen für Opel hier in Europa erarbeitet werden müssen und nicht aus den USA Vorgaben gemacht werden."

In einem Interview der US-Zeitung "Detroit News" (Samstagausgabe) wollte sich Akerson nicht zu den Schließungsgerüchten äußern. Allerdings herrsche "eine allgemeine Erkenntnis bei allen Wettbewerbern in Europa, dass es Überkapazitäten gibt - genauso wie es sie in den USA gegeben hat", sagte der GM-Chef. "Und wir haben das noch nicht gelöst."

Einenkel droht: "teuerste Werksschließung aller Zeiten"

Bereits zuvor hatte der Bochumer Betriebsratschef Einenkel massiven Widerstand gegen eine Werksschließung angekündigt (business-on.de berichtete). Eine solche "dumme Entscheidung" würde "zur teuersten Werksschließung aller Zeiten" führen, sagte er.

"Im Moment drehen wir jeden Stein um, um das Unternehmen profitabler auszurichten", sagte Stracke der "Bild"-Zeitung. Lohnkürzungen oder die Streichung von Zulagen wollte er daher nicht ausschließen. Und auch für die Zeit nach 2014 sei noch nichts entschieden. "Wir werden uns alle Standorte kritisch ansehen müssen. Aber Bochum baut momentan drei sehr wichtige Produkte für Opel."

Das Werk ist nach Betriebsrats-Angaben mit rund 4.200 eigenen Mitarbeitern und etwa 800 Beschäftigten in Partnerfirmen ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. Die 1962 gebaute Fabrik hat nach eigenen Angaben eine Kapazität von 160.000 Fahrzeugen jährlich. Zurzeit werden dort das Modell Zafira und Teile der Astra-Modellpalette produziert. Außerdem liefert Bochum Pressteile und Getriebe für andere Werke von Opel und GM. In seinen besten Zeiten gab das Werk rund 25.000 Menschen Arbeit.

(dapd )


 


 

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