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Ausstellung

»Originale und andere Fälschungen« im Edith-Ruß-Haus in Oldenburg

Cornelia Sollfranks Ausstellung »Originale und andere Fälschungen« wird am Freitag den 23.1.2009 von Oldenburgs Oberbürgermeister Schwandner im Edith-Ruß-Haus eröffnet. Im Zentrum der Ausstellung steht die Frage nach den geistigen Eigentumsverhältnissen von Kunstwerken, die sich in öffentlichem Besitz befinden.

Cornelia Sollfrank, Stipendiatin des Edith-Ruß-Hauses für Medienkunst in Oldenburg, nutzt ihre Einladung zu einer Einzelausstellung für eine Zusammenarbeit mit Oldenburger Museen: Die Künstlerin wählte Ölgemälde, Skulpturen und Grafiken aus dem Bestand des Stadtmuseums, des Horst-Janssen-Museums und des Landesmuseums Oldenburg aus und zeigt anhand dieser Werke einen beispielhaften Verwertungsdurchlauf.

Im Obergeschoss des Edith-Ruß-Hauses für Medienkunst werden die Besucher zunächst mit einer an diesem Ort unerwarteten, klassisch-musealen Präsentation der ausgeliehenen Originalwerke überrascht. Im Untergeschoss beginnt der Verwertungszyklus durch die im Video Das maximal Einmalige und seine Transformation zum Gleichartigen dokumentierte Arbeit des Museumsfotografen Christoph Irrgang, der die Werke in bester Qualität abbildet.

Annäherung an das komplexe Thema Urheberrecht

Basis der Verwertung von so genannten Immaterialgütern, zu denen Kunstwerke zählen, ist das Urheberrecht. Entsprechend stellt Cornelia Sollfrank die komplexe juristische Ebene des Projektes durch eine Vielzahl von Verträgen in der Ausstellung dar. Nicht nur mit den leihgebenden Museen wurden Verträge abgeschlossen, sondern auch mit der VG (Verwertungsgesellschaft) Bild-Kunst, den Urhebern der Originalwerke oder ihren Erben, mit den Fotografen, der Kamerafrau und zahlreichen weiteren Beteiligten.

In ihrer Online-Agentur Art-Content24 bietet die Künstlerin schließlich die Reproduktionen der Originalwerke zum Verkauf an. Über die Website www.art-content24.de kann der Besucher in der Ausstellung oder ganz bequem von zuhause aus Reproduktionen der Originalwerke in unterschiedlichen Qualitäten und Preisen erwerben.

Zahlreiche innovative Ideen im Internet

Cornelia Sollfrank arbeitet seit den 1990er Jahren künstlerisch in und mit weltweiten Kommunikationsnetzen. Ihr Projekt net.art generator, eine Kunst generierende Internetmaschine, gilt als Pionierleistung der Netzkunst. Die als Cyberfeministin und Hackerin bekannte Künstlerin lebt in Celle, Hamburg und Dundee (UK) und erhielt 2008 das Arbeitsstipendium des Edith-Ruß-Hauses für Medienkunst. Zu den zentralen Anliegen ihrer Kunst gehört es, neue Formen von Autorschaft zu erproben, künstlerische Verfahren der Aneignung weiterzuschreiben und Mythen um Genialität und Originalität zu dekonstruieren. Aus dieser Thematik entwickelte sich ihr derzeitiger Arbeitsschwerpunkt zum Thema Urheberecht und geistiges Eigentum

Im Rahmen ihres Arbeitsstipendiums begann Cornelia Sollfrank die Arbeit an ihrem neuen Projekt Déja vu, einer grafisch orientierten Plagiaterkennungssoftware. Während Anti-Plagiarismus-Software in wissenschaftlichen Umgebungen bereits standardmäßig zum Einsatz kommt, gibt es im Bereich der Bildenden Kunst und visueller Kultur kaum technische Lösungen zum Schutz vor geistigem Diebstahl, sagt Sollfrank. Als Partner konnte die Künstlerin das Fraunhofer SIT (Institut Sichere Informationstechnologie) in Darmstadt gewinnen, das an Software-Anwendungen für Wasserzeichen-basierten Urheberschutz arbeitet. In der Ausstellung werden erste Ergebnisse der praktischen Anwendung von digitalem Originalitätsschutz in Form von Differenzbildern vorgestellt.

Die Ausstellung ist zu sehen bis zum 19. April 2009.

Zur Ausstellung erscheint Ende März der Katalog Cornelia Sollfrank Expanded Original beim Hatje Cantz Verlag.

Weitere Informationen zur Ausstellung: Webseite Edith Ruß Haus

Weitere Informationen zum aktuellen Projekt der Künstlerin: http://artwarez.org

(Redaktion)


 


 

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