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Osnabrück/Georgsmarienhütte

Klimaschutz als Wirtschaftsfaktor

Masterplanregion 100 % Klimaschutz richtet regionalen Klimagipfel aus: zu Gast im Landkreis Osnabrück

Ehrgeizige Ziele haben sich Landkreis Osnabrück, Stadt Osnabrück, Stadt Rheine und Kreis Steinfurt im Rahmen des „Masterplans 100 % Klimaschutz“ gesetzt: Kohlendioxid-Ausstoß und Energieverbrauch sollen in den kommenden Jahren deutlich gesenkt und dazu Energieeffizienz und Erzeugung regenerativer Energie gesteigert werden. Um die Zielsetzung zu erreichen, sind innovative Ansätze gefragt – und so manche vielversprechende gibt es bereits: Dies zeigte der von den Masterplankommunen gemeinsam ausgerichtete Regionale Klimagipfel, der dieses Jahr zum dritten Mal veranstaltet wurde.

„Wirtschaft und Klimaschutz“, lautete die Überschrift, die die Organisatoren für die diesjährige Veranstaltung gewählt hatten. Sie verdeutlichte, dass Klimaschutz auch beachtliche ökonomische Chancen, sowohl für die Region als auch für hier ansässige Unternehmen birgt. Für die rund 250 Besucher bot das Stahlwerk Georgsmarienhütte für das diesjährige Thema einen passenden Veranstaltungsort. Schließlich ist nicht zuletzt die energieintensive Stahlproduktion von sicherer und bezahlbarer Energie abhängig. Zugleich lässt sich die industrielle Abwärme für die Fernwärmeversorgung nutzen. In diesem Bereich ist die Region bereits aktiv: Mittlerweile wird etwa die Abwärme der Waffelfabrik Meyer zu Venne für die Fernwärmeversorgung des Ostercappelner Ortsteil Venne genutzt. Dieses Projekt ist jedoch nur eines der Vorzeigeprojekte, die die vier Kommunen gemeinsam mit ihren ortsansässigen Unternehmen auf dem diesjährigen Klimagipfel vorstellten. So ging es etwa auch um Geothermie, nachhaltige Logistik, Photovoltaik, Windenergie, Wärmeversorgungskonzepte und Beratungsangebote zu Energieeffizienz.

Deutlich zeigte sich, Klimaschutz steht ganz oben auf der Agenda der vier Kommunen. So nahmen Landrat Michael Lübbersmann (Landkreis Osnabrück), Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (Stadt Osnabrück), Landrat Klaus Effing (Kreis Steinfurt) und Bürgermeister Peter Lüttmann (Stadt Rheine) als kommunale Spitzen an der Veranstaltung teil.

Dass die Modellregion Schrittmacher ist, betonte Lübbersmann in seiner Begrüßung: „Wir spielen in der kommunalen Profiliga“, sagte der Gastgeber mit Blick auf die bereits umgesetzten sowie geplanten Vorhaben. Aber: „Ohne die Wirtschaft und insbesondere die kommunalen Stadtwerke wäre das nicht möglich“, ergänzte Griesert: „Deshalb freuen wir uns, dass sich auch unsere Unternehmen im Masterplanbeirat 100 % Klimaschutz engagieren.“ Nicht zuletzt engagiere sich die Wirtschaft natürlich auch, weil sie sich mit moderner Klimaschutztechnik Vorteile im Wettbewerb verspreche. Dies sei ein legitimes Anliegen und stärke den Wirtschaftsstandort, sagte Lüttmann. Die Veranstaltungen der Modellregion zeigten zahlreiche Projekte, die wiederum wichtige Impulse für andere Städte und Gemeinden bedeuteten, ergänzte Landrat Effing: „Die regionale Kooperation befördert gegenseitiges Lernen. Jede Kommune kann ihre Schwerpunkte einbringen und damit anderen Impulse geben.“

Kommunen und Kreise spielen eine zentrale Rolle im Klimaschutz und werden daher von der Bundesregierung gefördert. In diesem Rahmen haben sich Modellregionen entwickelt, zu denen seit 2012 auch die vier Nachbarkommunen Landkreis Osnabrück, Stadt Osnabrück, Stadt Rheine und Kreis Steinfurt gehören. Die Fortschritte im Klimaschutz und die gemeinsam erreichten Meilensteine der Region werden jährlich auf dem Klimagipfel vorgestellt.

Zur Veranstaltung hatten die Organisatoren zudem Matthias Reckzügel (Universität Osnabrück) und Franz Josef Radermacher (Universität Ulm) eingeladen. Die Wissenschaftler beleuchteten in ihren Beiträgen ebenfalls das wirtschaftliche Potential des Klimaschutzes. Die ausgesuchten Beispiele zeigten eindrucksvoll, wie Unternehmen auf Herausforderungen im Zusammenhang mit Klimaschutz und der Energiewende reagieren und diese zugleich als Chance nutzten, von ihnen profitieren zu können, sagte Reckzügel. Radermacher betonte, dass sich Kommunen nicht vor weltweiten Herausforderungen verstecken könnten. Antworten auf globale Aufgaben müssten auch vor Ort gefunden werden.

(Redaktion)


 


 

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