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Osnabrück

Industrie 4.0: Rund 100 Teilnehmer informierten sich beim Industrie-Dialog

„Von Industrie 4.0 wird erwartet, die vierte industrielle Revolution nach der Mechanisierung durch Dampfkraft, der Erfindung der Fließbandproduktion und der Einführung von Industrierobotern zu sein.“ Dies erläuterte Dr. Klaus-Heiner Röhl, Wirtschaftswissenschaftler am Kölner Institut der Deutschen Wirtschaft beim Industrie-Dialog bei der Köster GmbH in Osnabrück. „Wir können in Zukunft zu jedem Zeitpunkt der Produktion sehen, wo sich ein bestimmtes Teil gerade befindet“, so Dr. Röhl. Produktion unter 4.0-Bedingungen ermögliche es daher, kundenspezifischer zu arbeiten. Sein Rat: Unternehmen, die Industrie 4.0 ernst nehmen wollen, sollten ihre gesamte Liefer- und Leistungskette in ihre Pläne einbeziehen.

Benötigt werden auch Mitarbeiter 4.0

Unter dem Titel „Industrie 4.0 - auf dem Weg zur sich selbst steuernden Produktion“ hatten der Industrielle Arbeitgeberverband Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim (IAV) und die IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim regionale Unternehmer, Politiker sowie Vertreter von Hochschulen und Verwaltungen eingeladen. Dr. Dieter Köster, Stellvertretender IAV-Vorsitzender und Aufsichtsratsvorsitzender der Köster GmbH, und Hendrik Kampmann, IHK-Vizepräsident und Geschäftsführender Gesellschafter der Kampmann GmbH, waren überzeugt, dass Industrie 4.0 auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben werde: „Benötigt werden Mitarbeiter 4.0 - Menschen, die das Zusammenwirken von Maschinen, Elektronik und Informatik verstehen und die diese Technik bedienen können.“ Die Grundlagen für die digitale Wirtschaft müssten daher bereits in Schule und Ausbildung gelegt werden. IAV und IHK förderten auch vor diesem Hintergrund mit großem Engagement das Technikinteresse von Kindern und Jugendlichen.

Erster Schritt: Teamcenter

Stefan Engelshove, Leiter der Niederlassung der Siemens AG in Osnabrück erläuterte in einer Diskussionsrunde die technischen Hintergründe. „Den Kern der Industrie 4.0 machen zwei Dinge aus: Die Wertschöpfungsprozesse müssen nahtlos digital abgebildet und miteinander verkettet werden. Erst die Kopplung der digitalen Abbildung mit der physischen Realität führt zu den betriebswirtschaftlichen Vorteilen und somit zur Sicherung der globalen Wettbewerbsfähigkeit.“ Es werde darauf ankommen, an der richtigen Stelle zu beginnen und durch ein langfristiges Programm der Migration und Erneuerung die notwendige Transformation auch wirtschaftlich tragbar zu gestalten. Ein erster Schritt könne der Aufbau eines „Teamcenters“ sein, der alle unternehmensweiten Daten zusammenfügt. So entstehe eine globale Vernetzung aller Maschinen und Werkstücke über das Netz.

Datensicherheit ist wichtige Grundlage

Dr. Uwe Hansult, Geschäftsführer der Maschinenfabrik Bernard Krone GmbH aus Spelle, unterstrich die Herausforderungen der Industrie 4.0: „Alle digitalen Systeme müssen jederzeit reibungslos funktionieren. Dazu gehört eine leistungsfähige Breitbandinfrastruktur bis in das Firmengebäude. Alle digitalen Systeme müssen auch vor Zugriffen von außen geschützt werden.“ Die Sicherheit der Daten gehöre zu den wichtigsten Grundlagen für den Erfolg der Industrie 4.0.

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Neue Tore für die Geschäftsmodelle der Industrie

Als weiterer wichtiger Faktor für den Erfolg der Industrie 4.0 gilt die Verknüpfung von Industrie und Dienstleistern. Klaus Fehlker, Head of Business Administration Solutions der Hellmann Worldwide Logistics GmbH in Osnabrück, stellte vor, wie smarte Produkte aus dem Dienstleistungssektor völlig neue Tore für die Geschäftsmodelle der Industrie eröffnen. Um sich in vernetzte Produktionsketten der Industrie einzuklinken, müssten Dienstleister in ihre Informationstechnik investieren. „Es sind genügend IT-Standards vorhanden. Aber Unternehmen müssen sich damit auch beschäftigen“, so Fehlker.

(Redaktion)


 


 

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