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Osnabrück/Münster

Deutschlands dienstältester Flughafenchef hört auf

Prof. Gerd Stöwer, Geschäftsführer am Flughafen Münster/Osnabrück, wird seine Tätigkeit als Geschäftsführer nicht über den 30.09.2016 hinaus wahrnehmen. Dies gab der Vorsitzende des Aufsichtsrates, der Osnabrücker Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, nach der heutigen Sitzung der Gesellschafterversammlung der Flughafengesellschaft bekannt.

Stöwer leitet den Flughafen seit Oktober 1996 und somit fast 20 Jahre. Davor baute er als Geschäftsführer des Flughafens Dresden und Leipzig/Halle die beiden sächsischen Flughäfen nach der Wiedervereinigung auf. Vor dieser Tätigkeit war Stöwer in verschiedenen Führungspositionen bei der Deutschen Lufthansa tätig. Insgesamt kann der Diplom-Ingenieur für Luft- und Raumfahrttechnik und Professor für Luftverkehrspolitik und Flughafenbetrieb somit auf fast 30 Jahre Erfahrung in der Luftfahrt in Praxis, Wissenschaft und Lehre zurück blicken.

Keine Mehrheiten mehr für Stöwer

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Oberbürgermeister Griesert, berichtete, dass es zwar in der eigens in der Angelegenheit gebildeten Personalkommission und auch im Aufsichtsrat eine Mehrheit für die Fortführung der Zusammenarbeit mit Stöwer gab, diese sich aber dann nicht in der für eine Vertragsverlängerung entscheidenden Gesellschafterversammlung ergeben hat. Einige Mitglieder der Gesellschafterversammlung waren durch Weisungsbeschlüsse ihrer jeweiligen Gremien (Stadträte, Kreistage), in denen sich keine politischen Mehrheiten für Stöwer ergaben, gebunden und haben daher entsprechend abgestimmt.

Umfangreiche Vernetzung von Stöwer in der Luftfahrt- und Tourismusbranche

Griesert dankte Stöwer bereits jetzt für seine jahrzehntelange immer höchst engagierte und stets professionelle Arbeit für das Unternehmen. Zu den herausragenden Leistungen des Geschäftsführers gehörten u.a. die Herbeiführung und Organisation des überproportionalen Wachstums in den 90er Jahren, die wirtschaftliche Stabilisierung des Airports in der ersten Dekade dieses Jahrhunderts und nicht zuletzt auch die Aufstellung und konsequente Umsetzung des aktuellen Finanzierungskonzeptes, welches bereits im ersten Jahr der Umsetzung alle wichtigen Ziele erreicht hat. Die FMO-Gremien schätzten insbesondere die umfangreiche Vernetzung von Stöwer in der Luftfahrt- und Tourismusbranche, durch die für den Flughafen viele neue Engagements in den letzten Jahren entwickelt werden konnten. Erfolgreiche Projekte wie Turkish Airlines, Germania, früher auch airberlin oder auch die ständige Erweiterung des Engagements der Lufthansa am FMO sind ebenso wie die für die Region wertvollen Flugverbindungen zu drei internationalen Drehkreuzen eng mit dem  Namen Stöwer verbunden, so Griesert.

Professioneller Umgang mit Entscheidung

Zur Entscheidung der FMO-Gremien sagte Prof. Stöwer: „Ich bedauere es sehr, dass ich mein Fachwissen, meine Kenntnisse des Marktes, meine jahrzehntelange Erfahrung und meine umfangreiche Vernetzung in der Luftfahrtbranche zukünftig nicht mehr für das Unternehmen einbringen kann. Dennoch werde ich selbstverständlich mit der jetzt politisch getroffenen Entscheidung professionell umgehen und dem Unternehmen bis zum Ende meiner Vertragslaufzeit zur Verfügung stehen.“ Stöwer appellierte an alle Beteiligten, dass der Blick am FMO jetzt wieder schnell nach vorne gehen müsse. Es muss nun zügig wieder sichergestellt werden, dass in und um das Unternehmen Ruhe einkehrt und der Flughafen somit seine wichtige Rolle für die Weiterentwicklung der Region und als sicherer Arbeitgeber wahrnehmen kann.

(Redaktion)


 


 

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