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Osnabrück

„No’s & Go’s beim Unternehmensverkauf“

Über 27.000 Unternehmen suchen laut dem Institut für Mittelstandsforschung Bonn (IFM) jährlich einen Nachfolger. Viele davon vergeblich. Grund genug für die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises Osnabrück, WIGOS, sich im Rahmen einer Veranstaltung mit den „NO’s & GO’s des Unternehmensverkaufs“ zu beschäftigen.

Rund 70 Zuhörer waren der Einladung von WIGOS, Handwerkskammer und Industrie- und Handelskammer gefolgt, um sich rund um das Thema zu informieren. Die beiden Referenten Prof. Heiko Hellwege und Matthias Kirsch, beide Rechtsanwälte und Partner der Schindhelm Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, boten dabei einen Überblick sowohl über die richtige Anbahnung eines erfolgreichen Verkaufs als auch zu Stolpersteinen.

Im ersten Teil der Veranstaltung beleuchtete Prof. Hellwege anhand zahlreicher Beispiele die Vorteile eines Vollverkaufs des gesamten Unternehmens und alternativ einer intelligenten Liquidierung. „Viele Eigentümer sehen ihr Unternehmen nur als „Gesamtkunstwerk“ und beachten dabei nicht ausreichend, dass zum Beispiel eine überdimensionierte Immobilie oder defizitäre Unternehmensteile die Attraktivität eines zu verkaufenden Unternehmens deutlich reduzieren können“, so Hellwege. Hier gälte tatsächlich die alte Weisheit: Faule Äpfel verderben oftmals den ganzen Korb. Auch eine ungünstig gewählte Rechtsform oder eine nur schwer durchzuführende Trennung von Privat und Betrieb könnten das Interesse potenzieller Käufer durchaus reduzieren. Hellwege plädierte dafür, das Unternehmen bereits frühzeitig fit für einen möglichen Unternehmensverkauf zu machen und sich damit alle Möglichkeiten offen zu halten.

Im zweiten Teil der Veranstaltung beschäftigte sich Matthias Kirsch mit der Umsetzung eines Verkaufs. „Gerade bei dem Verkauf an Mitbewerber gilt es Vorsicht walten zu lassen“, so Kirsch. Oftmals sei gerade bei kleineren Unternehmen das Know-How der Mitarbeiter ein wichtiger Teil des Unternehmenskapitals. „Werden hier die besten Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter abgeworben, reduziert sich auch die Gewinnerwartung und damit der Unternehmenswert.“ Um solchen Problemen vorzubeugen gilt es, die richtigen Schritte von der Vertraulichkeitsvereinbarung, über eine Absichtserklärung und einer Unternehmensprüfung, bis hin zur Strukturierung des konkreten Kaufvertrags einzuhalten. Hierdurch würde das Risiko sowohl für Verkäufer als auch für die Käufer deutlich reduziert.

Dies ist auch nach Ansicht von Thomas Serries, Unternehmensfachmann und Leiter des UnternehmensService der WIGOS, ein zentraler Punkt. „Es wird in den kommenden Jahren voraussichtlich mehr angebotene Unternehmen geben als potenzielle Käufer“, so Serries. „Die besten Chancen haben die Verkäufer, die ein attraktives Unternehmen anbieten und ein möglichst risikoarmes Invest für einen Käufer bieten.“ Daher sei es wichtig, bereits frühzeitig an den „richtigen Stellschrauben zu drehen“.

Die WIGOS biete hierzu ein breites Informationsangebot, u.a. mit Sprechtagen zum Thema Unternehmensnachfolge. Nähere Infos und Anmeldung unter www.wigos.de sowie der Rufnummer 0541 501 2 4 6 8

(Redaktion)


 


 

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Heiko Hellwege
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