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Osnabrück

Online oder klassisch, welche Werbung funktioniert besser?

Zwei Digitalmarkting-Profis aus Osnabrück über die guten neuen Zeiten

Das Wirtschaftsportal business-on führte ein Interview mit dem Online-Marketing-Spezialisten Timm Reichl sowie dem Wirtschaftspsychologen und Chef der Osnabrücker Werbeagentur Bieler & Weyer, Dirk Bieler.

Ihre Agentur macht - nach eigenen Angaben - seit rund 18 Jahren andere Unternehmen erfolgreicher. In dieser Zeit gab es viel Bewegung auf dem Werbemarkt. Wie haben Sie die Entwicklung erlebt?

Dirk Bieler: Die Entwicklung der digitalen Medien und Werbemöglichkeiten in den letzten fünfundzwanzig Jahren mitzuerleben war eine großartige Erfahrung. Als Werbeagentur erforderte sie aber auch Neugierde und ständige Weiterbildung, insbesondere im Bereich Digitalmarketing. Heute - im Google-Zeitalter - sind wir zertifizierte Google-Partner-Agentur und erfahrene Spezialisten wenn es um effizientes Suchmaschinenmarketing und Social-Media-Marketing geht. Und für die meisten unserer Kunden ist Digital- bzw. Onlinemarketing eine richtig gute Sache.

Wie meinen Sie das?

Dirk Bieler: Nun ja, stellen Sie sich vor, Sie hätten in den 90er Jahren der Anzeigenabteilung einer Zeitschrift, in der Sie eine 1/1 Seite schalten wollten, vorgeschlagen, nur für die Kontakte (z.B. Anrufe und Briefe) zu zahlen, die die Anzeige generiert. Das hätte kein Verlag mitgemacht. In vielen Bereichen des Onlinemarketing ist es heute aber genau so. Sie zahlen nur für Leads und zum Beispiel für die User, die Ihre Website tatsächlich besucht haben. Großartig!

Ist Onlinemarketing also das Heil der Werbetreibenden?

Timm Reichl: Das hängt natürlich von vielen Faktoren ab, insbesondere vom Produkt, den Zielen und den Zielgruppen. Aber Onlinemarketing ist extrem schnell, kann dialogorientiert sein, ist gut messbar und bietet ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Unsere Erfahrung zeigt allerdings auch, dass Media-Mix-Kampagnen, also die Kombination von digitalen und klassischen Werbekanälen, erfolgreicher sind als reine Monokampagnen, die nur auf digitale Medien setzen. Die wenigsten wissen, dass selbst Google Anzeigen in Wirtschaftsmagazinen schaltet und regelmäßig Direktmarketing (über die Post) einsetzt.

Media-Mix, können Sie dafür ein Beispiel nennen?

Dirk Bieler: Nehmen wir als Beispiel eine Werbekampagne für ein Automobil. Stellen Sie sich vor, Sie wachen vom Radiowecker animiert am Morgen auf und hören den ersten Werbespot für das beworbene Fahrzeug. Am Frühstückstisch läuft Ihnen in der Tageszeitung ein Anzeigenmotiv mit dem gleichen Modell über den Weg. Auf dem Weg zur Arbeit kommen Sie an einem 18/1-Plakat vorbei, auf dem ebenfalls das Auto beworben wird. An Ihrem Schreibtisch sitzend laufen Ihnen auf dem Rechner dann gelegentlich Werbebanner über den Weg, die ebenfalls das Auto zeigen und Sie zu einer Probefahrt animieren sollen. Kommen Sie am Abend nach Hause, finden Sie in der Post eine Einladung zur Probefahrt von Ihrem örtlichen Autohändler. Und im TV-Abendprogramm erreicht Sie dann zum 6. Mal an diesem Tag die Werbebotschaft zu dem Automobil. So sähe eine optimale Media-Mix-Kampagne aus.

Und dann kauft die Zielperson auch das Auto?

Dirk Bieler: So einfach geht das leider nicht. Der Erfolg einer solchen Werbekampagne hängt natürlich noch von anderen Faktoren ab. In erster Linie vom Bedarf der Zielperson. Aber wenn sich Involvement, Markenpräferenz und Motivlage mit der Werbebotschaft übereinanderlegen lassen, steigt schon mal die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Zielperson auf den Weg zum Händler macht, um sich das Auto einmal anzusehen.

Was zeichnet einen guten Online- oder auch Digitalmarketing-Manager aus?

Timm Reichl: Wie in vielen Bereichen ist es die Erfahrung, die den Meister macht. Und im Speziellen ist es für Planung und Durchführung von erfolgreichen Online-Marketing-Maßnahmen wichtig zu wissen, was Marketing grundsätzlich bedeutet und wie Werbung in den Köpfen der Zielgruppe überhaupt funktioniert. Schnell hohe Reichweiten erzielen ist die eine Sache, potenzielle Neukunden nachhaltig für das eigene Unternehmen zu gewinnen eine andere. Da haben viele junge Online-Marketingmanger Defizite. Denn unabhängig von konkreten Maßnahmen sind die "alten" Erfolgsfaktoren wie Unternehmenswerte, Sympathie, USP usw. wichtiger als je zuvor.

Das heißt, dass die älteren Kreativen die besseren sind, wenn es um Digitalmarketing geht?

Timm Reichl: Die Mischung macht's. Wenn die erfahrenen und jungen Kreativen ihre Kräfte bündeln und jeder bereit ist, vom anderen zu lernen, kann Großes daraus entstehen.

(Redaktion)


 


 

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