Sie sind hier: Startseite Weser-Ems Life & Style Reisen
Weitere Artikel
Bremer 6-Tage-Rennen

Otto Waalkes wollte für Startschuss Skatpartie - Peter Maffay Kindern helfen

Deutschlands Boxlegende Max Schmeling hat es getan, Otto Waalkes und Dieter Bohlen, genauso wie die Profis vom SV Werder. Topstars aus Show und Sport haben seit 1965 den Startschuss zum Bremer Sechstagerennen gegeben. Es waren aufregende, bewegende Momente dabei. Doch nicht immer lief alles rund.

Für 1986 wollte Minder unbedingt Otto Waalkes haben, aber der Mann war einfach nicht zu greifen.“ Irgendwann rief Minder seinen Freund Carlo von Tiedemann an. Der durchforstete Hamburgs Kneipen, bis er Otto schließlich im legendären Onkel Pö fand. Des Nachts klingelte dann im Hause Minder das Telefon. „Carlo hier“, lallte es vom anderen Ende der Leitung, „Otto kommt.“ Zu mehr Text war der gute Mann nicht mehr in der Lage.

Kurz darauf erfuhr Minder, dass Waalkes nur unter einer Bedingung anschießen würde: zwei Stunden Skat wollte er vor dem Startschuss kloppen. Nichts leichter als das, dachte sich Minder. Von wegen: Mit Otto Waalkes Skat zu spielen, ist ungefähr so, wie mit einer Kindergartengruppe in die Oper zu gehen. „Ich habe mir fast in die Hosen gemacht. Otto ist privat fast noch komischer als auf der Bühne“, sagt Minder.

Maffay spendete seine Gage einer Kinderklinik

Ein anderer Superstar stellte ebenfalls Bedingungen: Peter Maffay war nicht wirklich scharf auf den Trubel. Und doch hat er 1994 die Stadthalle gerockt und das Rennen angeschossen. Weil sich Frank Minder nur allzu gern auf einen Deal mit dem Musiker eingelassen hatte: „Peter bestand darauf, seine gesamte Gage der Professor-Hess-Kinderklinik zukommen zu lassen.“

Doch nicht nur das. Minder und Maffay fuhren am Nachmittag noch ins Krankenhaus. Dort las Maffay den zum Teil schwerkranken Kindern vor, spielte mit ihnen Tischfußball. „Es war bewegend, ich hatte Tränen in den Augen“, erinnert sich Minder. Kinder und Rockstar konnten sich gar nicht trennen, so dass Minder und Maffay im Schweinsgalopp rüber in die Halle mussten und es so gerade noch rechtzeitig schafften.

Max Schmeling schoss zweimal

Nur zwei Promis durften zweimal anschießen: Max Schmeling schoss 1967 - gemeinsam mit Alwin Schockemöhle - und 1974. Rudi Carell gab 1966 und 1983 den Startschuss. Abgesehen von den Milram-Profis, die 2007 gemeinsam mit Bonnie Tyler die Startpistole bedienten, schossen nur zwei Radprofis das Bremer Rennen an: Eddie Merckx im Jahr 2001, Jan Ullrich 1998, ein halbes Jahr nach seinem Triumph bei der Tour de France.

Michail Gorbatschow sagte kurzfristig ab

Beinahe wäre es sogar gelungen, Michail Gorbatschow als Starter auf die Bremer Bahn zu bekommen. „Wir hatten die Zusage, die Bremer Landesbank hatte uns damals massiv unterstützt. Doch dann kam ein Termin dazwischen“, erzählt Minder. Absagen der Promis musste der Bremer 6-Tage-Boss ansonsten höchst selten hinnehmen. Manchmal allerdings winkte er ab. Wenn die Stars atronmische Gagen forderten zum Beispiel. Als besonders hoch hat Minder rückblickend die Gage von Verona Feldbusch, heute Pooth, in Erinnerung. Man kam nicht zusammen.

'Flo-Jo' brachte Halle zum Kochen

Am meisten von allen beeindruckt hat Minder die einstige Olympiasiegerin Florence Griffith-Joyner. „Das war durch nichts zu toppen. Mehrere TV-Teams aus den USA waren vor Ort und die Gazetto dello Sport hatte es auf der Titelseite. Und als ‚Flo-Jo’ dann im Stars-and-Stripes-Kostüm über die Bahn schritt, war kein Halten mehr in der Halle.“

Auch James Bond war schon da

Mehrfach schon stand der Startschuss unter einem besonderen Motto: 1993 schossen Topmodel Naomi Campbell und Heike Henkel, Hochsprungweltmeisterin und Olympiasiegerin, das Rennen an. „Black & White“ hieß das Motto und sollte ein klares Zeichen gegen Rassismus setzen“, so Minder. 2002, als Bremen Partnerstadt des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen war, gab die Unicef-Botschafterin Sabine Christiansen den Startschuss. Kurz darauf dann kam Roger Moore, Weltstar und lange Jahre Darsteller von James Bond, in keinesfalls geheimer Mission, sondern ebenfalls als Unicef-Botschafter. „Ein unglaublich netter und vornehmer Mann“, erinnert sich Minder und freut sich noch heute über die zahlreichen Spenden, die für das Kinderhilfswerk zusammenkamen.

2010: Sonya Kraus und Barbara Schöneberger

Die erste Frau, die den Startschuss abfeuerte, war  die Leichtathletin Liesel Westermann vor genau vierzig Jahren. 2010 sind es gleich deren zwei. Am heutigen Donnerstag, 14. Januar werden die Moderatorinnen Barbara Schöneberger und Sonya Kraus anschießen.  „Eine klasse Wahl“, findet Frank Minder, „die Mädels sehen nicht nur gut aus, mit denen haben wir sicherlich eine Menge Spaß.“

(Redaktion)


 


 

Minder
Startschuss
Peter Maffay
Gage
Otto Waalkes Skat
Bremer
Halle
Otto
Bremen
Arena
Sonya Kraus
Barbara Schöneberger

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Minder" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: