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P+S Werften offenbar kurz vor Insolvenz

Geschäftsführung bricht Gespräche mit Kunden und Zulieferern ab

Nach tagelangen ergebnislosen Verhandlungen scheint das Schicksal der angeschlagenen P+S Werften in Stralsund und Wolgast besiegelt. Eine unmittelbar bevorstehende Insolvenz sei nicht mehr auszuschließen, sagte Werftsprecher Cord Schellenberg am Dienstag der Nachrichtenagentur dapd.

Zuvor hatten sich die Chefetagen der Werftengruppe und der Reederei Scandlines über die Medien gegenseitig beschuldigt, nicht ausreichend über die Situation und mögliche Kompromisse zur Fortsetzung des Baus von zwei Ostseefähren informiert zu haben. "Wir haben verstanden, dass Scandlines mauert und sich offenbar nicht bewegen will", sagte Schellenberg.

Den Weiterbau der beiden Scandlines-Fähren bezeichnete er als einen "wichtigen Knackpunkt in den Bemühungen um den Erhalt der Werftengruppe". Für Dienstagabend sei eine entsprechende Bewertung der bisherigen Gesprächsrunden geplant, sagte der Unternehmenssprecher.

Neue Ostseefähren möglicherweise zu schwer

Zuvor hatte Scandlines von den P+S Werften Informationen über den technischen Zustand der beiden in Bau befindlichen neuen Ostseefähren verlangt. Für Verunsicherung hätten vor allem Medienberichte gesorgt, wonach die beiden Neubauten zu schwer für den Betrieb auf der Linie Rostock-Gedser seien, sagte Reedereichef Soeren Poulsgaard in Lübeck.

Die Reederei hatte ein für Dienstag vorgeschlagenes Gespräch mit P+S-Geschäftsführer Rüdiger Fuchs unter Hinweis auf ungenügende Informationen über den Bauverlauf abgelehnt. Bislang habe die Werft keine Garantie gegeben, dass die Schiffe den vertraglich vereinbarten technischen Vorgaben entsprechen, sagte Poulsgaard. In dem Krisengespräch sollte es unter anderem um finanzielle Zugeständnisse seitens Scandlines gehen.

Nach Werftangaben gehen die Arbeiten an mehreren Schiffsneubauten gegenwärtig weiter. Die rund 1.750 Mitarbeiter setzten bislang ohne Unterbrechungen die Abarbeitung bestehender Aufträge fort, sagte Schellenberg. Probleme gebe es allerdings, weil einige Fremdfirmen zeitweise Mitarbeiter abgezogen und Lieferungen wegen ausstehender Zahlungen ausgesetzt hätten.

Unklar ist, ob die Werftarbeiter noch ihre Augustlöhne erhalten. Insgesamt sind am Freitag rund sieben Millionen Euro an Gehältern fällig.

(dapd )


 


 

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