Weitere Artikel
Papenburg

Schwarzbuch-Serie "Kopfschütteln 2/8" Heute: Papenburg - Landesgartenschau in tiefroten Zahlen

Eine Schwarzbuch-Serie über die Verschwendung von Steuergeldern im Gebiet Weser-Ems. Heute: Papenburg. Zunächst war eitel Sonnenschein angesagt auf der niedersächsischen Landesgartenschau 2014 in Papenburg. Doch nachdem die Tore geschlossen waren, zog ein schweres Unwetter heran: Ein zusätzliches Finanzloch von 3,4 Mio. Euro tat sich auf, das dem Geschäftsführer der Durchführungsgesellschaft zur Last gelegt wurde, aber auch Ergebnis eines ungenügenden Kostencontrollings der Stadt ist.

Defizit von 5,8 Mio. Euro statt 2,4 Mio. Euro

Die Steuerzahler haben bislang sehr durchwachsene Erfahrungen mit Landesgartenschauen gemacht. In der niedersächsischen 35.000-Einwohner-Stadt Papenburg (Landkreis Emsland) wurde mit einem städtischen Defizit von 2,4 Mio. Euro für die Ausrichtung der Landesgartenschau 2014 kalkuliert. Im Gegenzug erhoffte man sich einen städtebaulichen und touristischen Impuls. Tatsächlich strömten die Besuchermassen, rund 514.000 Gartenliebhaber fanden den Weg nach Papenburg. Das Finanzkonzept ist dagegen grandios gescheitert. Im Dezember 2014, rund 2 Monate nach Beendigung des Blütenfests, wurden erste Mehrkosten publik. Am Ende sollte sich das Defizit auf 5,8 Mio. Euro erhöht haben.

Lesen Sie mehr über die business-on-Steuerverschwendungsserie "Kopfschütteln"

Ausmaß und Ursachen des Millionenlochs blieben monatelang unklar. Erst ein Bericht des städtischen Rechnungsprüfungsamts brachte endgültig Licht ins Dunkel. So stiegen die Kosten für Personal und Sicherheit um fast 1,8 Mio. Euro und wichen erheblich von den Planansätzen ab. Auch in den Bereichen Parken und Merchandising verrechnete man sich kräftig – aus erhofften Überschüssen wurden sechsstellige Defizite. Nur ein knappes Drittel des zusätzlichen Defizits von insgesamt 3,4 Mio. Euro ist auf Mehrkosten bei Investitionen zurückzuführen.

Geschäftsführer der Gartenschau-Gesellschaft für das Finanzdesaster verantwortlich?

Die Stadt macht den zwischenzeitlich geschassten Geschäftsführer der Gartenschau-Gesellschaft für das Finanzdesaster verantwortlich. Ihm wird vorgeworfen, Aufträge in Millionenhöhe eigenmächtig ohne Wissen der Stadt erteilt zu haben. Deshalb werden auch Schadenersatzansprüche gegen den ehemaligen Geschäftsführer geprüft. Dies täuscht aber nicht darüber hinweg, dass der Stadt ein völlig unzureichendes Kostencontrolling vorzuwerfen ist. Sie ließ bei diesem Großprojekt ungeordnete Finanzverhältnisse zu und konnte erst Monate nach Ende der Veranstaltung die Kosten konkret benennen. Ein zweites Papenburg darf es nicht geben! Sofern das Land Niedersachsen gewillt ist, alle 4 Jahre die kostspieligen Blütenschauen durchführen zu lassen, müssen die Austragungsorte finanziell und organisatorisch in die Lage versetzt werden, eine professionelle Planung und Durchführung sicherzustellen.

(Redaktion)


 


 

Defizit
Papenburg
Finanzdesasterverantwortlich
Gartenschau-Gesellschaft
Mehrkosten

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Defizit" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: