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Viele Passagiere gestrandet

Winter und wilder Fluglotsen-Streik wirbeln den Flugverkehr durcheinander

Der wilde Streik von Fluglotsen in Spanien und der Wintereinbruch haben am Samstag in weiten Teilen Europas für erhebliche Einschränkungen im Luftverkehr gesorgt. Auch am Bremer Flughafen harren am Abend noch gestrandete Passagiere aus.

Während sich am Freitag um 17:00 Uhr zeitgleich die spanischen Fluglotsen an den wichtigsten Touristenflughäfen und in der Hauptstadt Madrid krank meldeten, sorgte auch das Winterwetter für Behinderungen im Flugverkehr. Insbesondere der Flughafen Amsterdam-Schipohl ist aktuell wegen des Wetterbedingungen und des Spanien-Streiks überlastet, mehrere für den Samstagabend und Sonntagmorgen vorgesehene Flugverbindungen dorthin werden auf den Hinweistafeln am Bremer Flughafen am Samstagebend bereits als "gestrichen" gemeldet.

Der Luftraum über Europa ist zudem überlastet, sodass Flugzeuge auf Alternativrouten ausweichen oder am Boden bleiben mussten. Die europäische Flugsicherungsbehörde Eurocontrol in Brüssel hat nach eigenen Angaben versucht, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten, konnte jedoch die Doppelbelastung für den Flugverkehr nur teilweise abfedern. Airlines und Flughäfen werden mehrere Tage damit beschäftigt sein, die Situation wieder zu mormalisieren. 

Streiks: Zehntausende Passagiere betroffen

Tausende Passagiere harren aufgrund von Wetter und Streik teils seit vielen Stunden auf den Flughäfen aus, Zehntausende sind direkt oder indirekt betroffen. Auch am Bremer Flughafen warten am Samstagabend Reisende zum Teil schon seit dem Morgen auf ihr Flugzeug. Im sich am Samstagabend immer mehr leerenden Terminal sind auch Sätze zu hören, wie: "Man merkt ja, es wird immer ruhiger – wir hauen gleich ab, wir haben keine Lust mehr." Eine Gruppe will auf Teneriffa das Kreuzfahrtschiff "Aida" erreichen, hängt aber aufgrund des Streiks am Samstagabend noch am Bremer Flughafen fest. Ihnen droht das Schiff weg zu fahren. Sie müssen diesem womöglich hinterher fliegen.

Andere gestrandete Passagiere beklagen sich darüber, dass sie bereits seit 13 Stunden am Flughafen der Hansestadt ausharren - manche von ihnen mit Kindern. Sie werden alle paar Stunden von Mitarbeitern vertröstet, die auch nichts genauers sagen können. Tatsächlich muss sich der Flugverkehr erst einmal normalisieren.

Da es sich sowohl beim unangemeldeten Fluglotsen-Streik, wie auch beim Wintereinbruch um höhere Gewalt handelt, können sich Passagiere nicht auf ihre Fluggastrechte berufen, obgleich sich einzelne Reiseveranstalter wie TUI nach eigenen Angaben kulant zeigen und ihre Gäste in Hotels unterbringen wollen. Schadensersatz wird jedoch nicht geleistet, allenfalls wie bei Ryanair, Lufthansa, TUI, Air Berlin, Germanwings, KLM und anderen Airlines eine kostenfreie Umbuchung. Kulanz (zur Kulanz Definition) wird nicht überall ernst genommen: selbst eine Versorgung mit Snacks oder Getränken gibt es beispielsweise am Bremer Flughafen den ganzen Tag über nicht.

Spanische Regierung ruft Notstand aus

Die aktuellen Verspätungen von Spanien-Flügen sind kuriosesr Weise am Samstag nicht mehr im Internetangebot des Bremer Flughafens aufgeführt, stehen aber weiterhin auf den Display-Anzeigen im Terminal. Derweil haben die spanischen Fluglotsen am Samstagabend ihren Streik beendet und die Arbeit wieder aufgenommen. Zuvor hatte die spanische Regierung erstmals seit Jahrzehnten wieder den Notstand im Land ausgerufen und die Kontrolle über den Luftraum auf das Militär übertragen. Die Fluglotsen hätten laut Medienberichten im Extremfall vor ein Militärgericht gestellt und zu langjährigen Haftstrafen verurteilt werden können. Auch die Fluglotsen-Gewerkschaft USCA rief daher die Streikenden dazu auf, wieder an die Arbeit zurück zu kehren. Zu groß war die Gefahr, dass die international brüskierte spanische Regierung ansonsten ein Exempel statuieren könnte, gleichzeitig hatte man erfolgreich weite Teile des Flugverkehrs auf dem europäischen Kontinent lahm gelegt. Hintergrund des Ausstandes der Fluglotsen ist ein Konflikt um die Arbeitszeiten mit dem spanischen Verkehrsministerium und der Luftfahrtbehörde AENA. 

(Redaktion)


 


 

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1 Kommentar

von AIDA - nein Danke!
05.12.10 14:49 Uhr
AIDA-Passagier 18 Stunden ohne Infos u. Betreuung

Wir haben das Chaos am 4.12.2010 von AIDA-Cruises miterleben dürfen: Fast 80 Passagiere, die über AIDA oder Seetours.de eine Kanaren-Kreuzfahrt gebucht hatten, wurden weder betreut noch versorgt. Ältere, Familie mit Kind oder mit behinderten Kindern wurden überhaupt nicht betreut. Nicht einmal ein Glas Wasser wurde uns angeboten. AIDA hat dann nach 18 Stunden um 21:50 Uhr endlich eingesehen, dass wir nicht mehr von Bremen wegkommen und hat angeboten einen Bus zu chartern um uns nach Leipzig zu fahren (bei dem Wetter) und dann am anderen Tag um 10:00 Uhr nach Teneriffa zu fliegen. Das war uns und den meisten Gästen zu viel und wir haben dann, die endlich angebotene Stornierung angenommen. Dank AIRBERLIN wurden einige noch in eine GERMANIA-Maschine umgebucht, wovon AIDA u. die überforderte Thomas Cook-Agentur nichts wussten. AIRBERLIN hat uns umgehend mit einem Verzehrgutschein verwöhnt - ohne zu fragen! Peinliche Vorstellung von AIDA-Cruises, Rostock - Kundenservice war das nicht.

 

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