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Jobsharing: 15-mal mehr Stellenanzeigen innerhalb eines Jahres

Joblift untersucht das Angebot von geteilten Arbeitsplätzen auf dem deutschen Stellenmarkt

Immer häufiger taucht neben Homeoffice und Teilzeit auch der Begriff Jobsharing in der Liste flexibler Arbeitsmodelle auf: ein Konzept, in der zwei Personen dieselbe Stelle gemeinsam zu je 50 % besetzen. Eine solche Arbeitsplatzteilung erlaubt es Personen, als Führungskraft tätig zu sein, für die oftmals nur weniger verantwortungsvolle Teilzeitpositionen in Frage kommen. Vor allem Eltern können vom Jobsharing profitieren. Doch wie ist es um das Angebot solcher Arbeitszeitmodelle auf dem deutschen Stellenmarkt bestellt? Die Metajobsuchmaschine Joblift durchleuchtete die aktuell veröffentlichten Stellenanzeigen und ermittelte ein zwar relativ geringes Jobsharing-Angebot (in 0,01 % aller Stellen), das aber monatlich um rund 70 % ansteigt und sich vor allem (zu insgesamt 44 %) an Mediziner, Ingenieure, IT-Spezialisten sowie Verwaltungsangestellte richtet.

Jobsharing wird nur in 0,01 % aller Stellen angeboten, dieser Anteil ist jedoch 15-mal so hoch wie im Jahr zuvor

Aktuell werben 159 Jobanzeigen auf joblift.de mit der Möglichkeit eines Jobsharings, das macht 0,01 % aller Stellen (insgesamt 1.156.360) aus. Vergleicht man diese Quote mit der von anderen familienfreundlichen Arbeitszeitmodellen, so ist sie weit abgeschlagen. Teilzeitstellen machen beispielsweise 11 % aller aktuellen Jobs aus. Flexible Arbeitszeitregelungen werden in 2 % sowie Homeoffice in 0,3 % aller Stellen angeboten. Firmen scheinen eine Arbeitsplatzteilung folglich nur zögerlich anzubieten und andere Modelle vorzuziehen. Allerdings lässt sich ein starker Anstieg der Stellen, die Jobsharing ermöglichen, erkennen: deren Anteil ist 15-mal so hoch wie noch vor einem Jahr (9 neu veröffentlichte Anzeigen im Juli 2015 versus 137 im Juli 2016) – bei einer durchschnittlichen monatlichen Wachstumsrate von 69 %.

Jobsharing wird hauptsächlich in Bereichen mit hohem Fachkräftemangel wie Medizin, IT und Ingenieurwesen (35 %) sowie in der Verwaltung (9 %) angeboten

Behörden und gemeinnützige Einrichtungen scheinen mit 32 veröffentlichten Stellenanzeigen (20 %), die Jobsharing anbieten, am offensten gegenüber Arbeitsplatzteilung eingestellt zu sein. Mit je 22 (14 %) und 18 Stellenanzeigen (11 %) bilden auch der Handel und das Gesundheits- / Sozialwesen attraktive Branchen für alle, die eine Tätigkeitsausübung im Tandem anstreben. Betrachtet man die ausgeschriebenen Positionen, die Jobsharing als Vorzug auflisten, näher, so lässt sich eine eindeutige Tendenz erkennen: die Teilung von Arbeitsplätzen tritt vor allem bei hoch qualifizierten Positionen und ausgeprägtem Fachkräftemangel auf. Mit 24 Stellen führen Ärzte aller Fachrichtungen, hauptsächlich aber Internisten, das Ranking an. Darauf folgen Ingenieure mit 16 Stellen sowie IT-Spezialisten mit 15 Stellen. Zusammen ergeben diese Berufsgruppen die größte Zielgruppe aller Stellenanzeigen, die Jobsharing anführen (rund 35 % aller solcher Stellen). Der Personalbedarf mag hier so hoch sein, dass man neue Formen von Vorzügen anbietet, um die besten Talente anzulocken. Interessant ist aber auch der beträchtliche Anteil der Stellen, ebenfalls 15, die sich an Verwaltungsangestellte und Sachbearbeiter wenden. Dies ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass administrative Tätigkeiten ohne größeren Informationsverlust auf mehrere Personen verteilt werden können.

(Redaktion)


 


 

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