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Frankfurter Flughafen

Mit SMS und geschultem Personal gegen den Flughafenstreik

Tausende SMS am Tag verschickt Lufthansa während des Streiks auf dem Frankfurter Flughafenvorfeld. "Am Montag werden es wieder 6.000 versendete SMS sein", sagt Sandra Kraft, Sprecherin der deutschen Airline.

Von Stefan Höhle

"Wir informieren Kunden über Flugausfälle." Rund 180 bei der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) organisierte Vorfeldbeschäftigte streiken seit Montag, 5.00 Uhr, zum dritten Mal im laufenden Tarifkonflikt. Diesmal soll der Ausstand sogar 48 Stunden dauern und erst am Mittwoch früh zu Ende sein. Airportbetreiber Fraport bildet derweil immer neues Personal für die sicherheitsrelevanten Bodendienste aus. Bewerber gib es genug.

Montag und Dienstag wollte Fraport mindestens 70 Prozent der geplanten 2.450 Flüge abfertigen. Pro Schicht sind mit Vorfeldaufsicht und Flugzeugeinweisungen regulär 30 Beschäftigte befasst, die das Unternehmen nun durch zusätzlich geschulte Mitarbeiter ersetzt, die bisher mit verwandten Aufgaben betraut waren. "Das Interesse an den neuen Tätigkeiten ist beim Personal groß", berichtet Fraport-Sprecher Mike Schweitzer. Besetzungsprobleme gebe es keine. Von den 200 regulären Vorfeldbeschäftigten seien etwa 180 in der GdF organisiert und im Streik. "Die anderen arbeiten."

Beide Seiten warten auf Anruf des anderen

GdF-Sprecher Markus Siebers bestätigt die Angaben des Tarifpartners, kritisiert aber scharf Fraports Bestrebungen, die Streikauswirkungen mit neuem Personal zu begrenzen. Wegen der Sicherheitsrelevanz der Bodenverkehrsdienste sei die derzeitige Praxis des Flughafenbetreibers "hochproblematisch". Die GdF sei verwundert, dass das hessische Verkehrsministerium als Aufsichtsbehörde noch nicht einschritt. "Was gerade auf dem Vorfeld geschieht, ist auf Kante genäht", sagt Siebers.

Wenn von Montag auf Dienstag jetzt auf dem Flughafen erstmals nachts gestreikt wird, muss die Vorfeldaufsicht umparkende oder in die Wartung rollende Jets zwischen den Positionen umherdirigieren. Die Sicherheit der Menschen auf dem Flughafen sei Tag und Nacht garantiert, weist der Fraport-Sprecher die GdF-Kritik zurück. "Dass dieser Punkt bei uns auch im Arbeitskampf an erster Stelle steht, weiß jeder, auch die GdF", betont Schweitzer. Beide Tarifpartner erklärten am Montag, sie warteten auf einen Anruf der Gegenseite. Die Vorstellungen über anstehende Lohnerhöhungen liegen weit auseinander.
Cargo strich bisher keinen Flug

Rund 230 Flüge, darunter 200 der Lufthansa, sollten in Frankfurt bis zum Beginn des Nachtflugverbots um 23.00 Uhr ausfallen. Keine Starts oder Landungen hat bisher die Frachttochter Lufthansa Cargo streichen müssen. "Wir arbeiten fast nur auf Langstrecke", sagt ein Sprecher des Unternehmens. Interkontinentalflüge gehen in Frankfurt bisher regulär heraus. "Innerdeutsch setzen wir auch regulär Lastwagen ein", sagt der Cargo-Mann. Für Kunden ausgefallener Flüge hält Lufthansa Bahngutscheine bereit. "Die Voucher kann sich bei uns jeder, der gebucht hat, aus dem Internet ausdrucken", sagt Sandra Kraft.

Berichte, dass das Unternehmen bereits einen hohen zweistelligen Millionenbetrag im Streik verloren habe, bestätigt die Lufthansa-Sprecherin einstweilen nicht. "Aber ich kann versichern", sagt Kraft, "dass wir uns für andere Spielregeln in einem solchen Arbeitskampf einsetzen. Da müssen Gesetze geändert werden."

(dapd )


 


 

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