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Opel-Werk Bochum

Widerstand gegen Personalabbau

Gegen den anstehenden Personalabbau im Bochumer Opel-Werk setzen sich Betriebsrat und IG Metall zur Wehr. Die drohenden Änderungskündigungen für 89 Beschäftigte, die eine Versetzung ins Rüsselsheimer Stammwerk vorsehen, seien unverantwortlich und aus betriebsverfassungsrechtlichen Gründen unwirksam, hieß es in einem am Montag verteilten Flugblatt.

Die Opel-Leitung bietet den betroffenen Mitarbeitern einen Wechsel ins Rüsselsheimer Stammwerk an. Derzeit befindet man sich in Gesprächen mit den Mitarbeitern, um eine gütliche Einigung zu erzielen, sagte Opel-Sprecher Alexander Bazio der Nachrichtenagentur dapd. Sollte keine Einigung erzielt werden, sollen ab der kommenden Woche Änderungskündigungen verschickt werden. Falls die Mitarbeiter den Wechsel dann ablehnen, könnte ihnen betriebsbedingt gekündigt werden. Bazio geht aber davon aus, dass dieser Schritt höchstens im Einzelfall nötig wird.

Betriebsrat und IG Metall sehen die geplanten Maßnahmen kritisch. "Nach wie vor halten wir diesen vom Unternehmen geforderten Personalabbau für unsinnig. Seit Beginn 2011 haben bereits 1.400 Bochumer Opelaner ihren Austritt aus dem Unternehmen erklärt. Davon sind mehr als 150 nach Rüsselsheim gewechselt", erklärten Betriebsrat und IG Metall. Mit der jetzt drohenden "Zwangsversetzung" nach Rüsselsheim würden weitere wichtige Fachleute und Automonteure aus dem Werk abgezogen. Das belaste den Anlauf des neuen Zafira-Modells.

Arbeitnehmer: Opel setzt verstärkt auf Leiharbeiter

Zudem kritisierten die Arbeitnehmervertreter, dass in vielen Opel-Werken verstärkt auf Leih- und Zeitarbeiter statt Stammbelegschaft gesetzt werde. Das beweise, dass der bisherige Personalabbau "deutlich überhöht" war und durch Leiharbeiter "wieder korrigiert werden musste".

Opel war durch Missmanagement und Qualitätsprobleme tief in die Krise geraten. Anfang 2010 begann der Traditionshersteller mit einer harten Sanierung. Das Werk in Antwerpen wurde geschlossen, europaweit wurden 8.000 Stellen abgebaut.

In Deutschland traf es auch das Werk Bochum, wo ursprünglich 1.800 Jobs wegfallen sollten. Wegen der guten Autokonjunktur wurden bisher 1.450 Stellen gestrichen, 300 Arbeiter im Getriebewerk haben ihre Jobs bis 2013 sicher. 250 Beschäftigte wurden bereits in das 250 Kilometer entfernte Rüsselsheim versetzt.

(dapd )


 


 

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