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Entschädigungsfonds für Heimkinder

Pfarrer Feld will mit Betroffenen sprechen

Die Bundesregierung und die Kirchen stellen insgesamt 120 Millionen Euro für ehemalige Heimkinder bereit. Förderungen werden allerdings in der Regel nur als Sachleistung gewährt, nicht als Bargeldbetrag. An der Finanzierung des Fonds hat sich auch die Diakonie im Oldenburger Land beteiligt. Der theologische Vorstand des Diakonischen Werkes, Pfarrer Thomas Feld, bietet allen Betroffenen Gespräch und Hilfe an.

Thomas Feld sagt: „Wir können das Unrecht und das Leid nicht ungeschehen machen, das die Kinder in manchen Heimen erdulden mussten. Aber wir können endlich allen Betroffenen helfen, die seelischen und körperlichen Verletzungen aus ihrer Heimunterbringung zu lindern und zu überwinden. Dafür stelle ich mich ganz persönlich als Ansprechpartner zur Verfügung“. Feld bietet allen Betroffenen im Gebiet der Diakonie im Oldenburger Land an, sich bei ihm zu melden und mit ihm das weitere Vorgehen zu besprechen.

In Westdeutschland wurden nach dem Krieg rund 800.000 Kinder und Jugendliche in Kinderheimen erzogen. In manchen Heimen wurde eine Erziehung praktiziert, die sich weit vom Wohl des Kindes entfernt hat. Heute spricht man davon, dass die Kinder „organisierten Liebesentzug“ und unangemessen und harte, auch körperliche, Strafen zu ertragen hatten. Vielen Kindern wurde vermittelt, dass sie in dieser Welt unerwünscht seien.

Fonds eingerichtet

Thomas Feld bittet die Opfer, sich bei ihm zu melden: „Ich verstehe sehr gut, wenn sich die betroffenen Mensch nicht mehr mit ihrer schmerzhaften Heimgeschichte auseinandersetzen möchten. Es ist aber oft besser, Verletzungen zu verarbeiten, als sie zu vergessen. Als Pfarrer weiß ich zu schweigen. Als Diakonievorstand weiß ich, zu helfen.“

Mit dem Entschädigungsfonds sollen Therapien für die Opfer dieser „schwarzen Pädagogik“ entwickelt und angeboten werden. Manche Jugendliche mussten auch in Heimen arbeiten. Der Fonds stellt dann auch Mittel für die entgangenen Rentenbeiträge zur Verfügung. Betroffene, denen in den Jahren zwischen 1949 und 1974 Unrecht und Leid zugefügt wurde, sollten sich bei Pfarrer Feld oder auch direkt bei staatlichen Stellen melden. Wer nachweisen kann, dass er zu den Betroffenen gehört, kann voraussichtlich mit einer Entschädigung von bis zu 10.000 Euro rechnen.

(Redaktion)


 


 

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